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Mini-Serie
"Ehrenpflegas" sorgt für Diskussionen im Netz

Die jugendliche Tonalität von "Ehrenpflegas" kommt auf Twitter nicht gut an. Doch das Ministerium steht zur Mini-Serie im "Fack ju Göhte"-Stil: Es sei gut, dass nun über den Pflegeberuf diskutiert werde.

Text: W&V Redaktion

14. Oktober 2020

Szene aus "Ehrenpflegas"
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Seit zwei Tagen wirbt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) auf Youtube mit einer Mini-Serie für die Pflegeausbildung. Die fünf Episoden von "Ehrenpflegas" sollen mit jugendlichem Humor à la "Fack ju Göhte" die Gen Z für Pflegeberufe begeistern.

Doch genau diese lässige Ansprache ruft nun Kritik im Netz hervor. Sie sei realitätsfern und werde dem fordernden Arbeitsalltag von Pflegern nicht gerecht, heißt es auf Twitter.

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Andere Nutzer stören sich bereits an der Tatsache, dass das Ministerium überhaupt Geld für Werbung ausgibt. Stattdessen solle Familien- und Jugendministerin Franziska Giffey für eine bessere Bezahlung von Pflegekräften sorgen.  

Das Satire-Format Extra 3 greift dies auf:

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Außerdem wird von verschiedener Seite versucht, die Kampagne zu stoppen. So legte zum Beispiel die Initiative "FamilienPflege4Future" Beschwerde beim Deutschen Werberat ein, der jedoch bei politischer Kommunikation nicht aktiv werden kann. Dementsprechend sei bisher keine weitere Beschwerde über "Ehrenpflegas" eingegangen, teilte der Werberat auf W&V-Anfrage mit.

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Den Stopp der Kampagne will ebenfalls eine Petition auf der Plattform Change.org erreichen:

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Auch das Bündnis junger Ärzte und der Verein Pflegestimme distanzieren sich von der Mini-Serie:

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Trotz des sozial-medialen Gegenwinds steht das BMFSFJ zu der jüngsten Kommunikationsmaßnahme im Rahmen der "Ausbildungsoffensive Pflege", die im Januar 2019 startete. Es sei gut, dass jetzt alle über den Pflegeberuf sprechen, twitterte das Ministerium.

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Auf Youtube, also dort wo die Serie die junge Zielgruppe erreichen will, ist die Kritik weniger scharf. Ein Nutzer spricht sogar ein ausdrückliches Lob aus: "Macht echt Spaß zu schauen, natürlich ist die Serie überspitzt und mit gewissem Witz. Mir gefällt es sehr."

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Zur Wahrheit gehört jedoch auch, dass die Dislikes auf der Videoplattform deutlich überwiegen. Folge eins erhält fast 2.400 "Daumen runter" gegenüber nur rund 600 Likes.

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Autor: Maximilian Flaig

studierte Amerikanistik in München, volontierte bei W&V und schrieb währenddessen auch für die Süddeutsche Zeitung. Der gebürtige Kölner betreut die Themenbereiche Sport, MarTech, Business Model und SEO/SEA.

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