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TechTäglich
Bitcoin: So erschreckend ist die Elektroschrott-Bilanz

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit Bitcoins, bei denen jede Transaktion so viel E-Müll verursacht wie zwei ausrangierte Handys.

Text: W&V Redaktion

20. September 2021

Bitcoins: Beim Schürfen der Cyberwährung läuft eine Menge schief.
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Bitcoin: So erschreckend ist die Elektroschrott-Bilanz

Dass das Schürfen von Bitcoins die Umwelt ungeheuer belastet, ist keine neue Erkenntnis. Laut einer Studie des Wissenschaftsmagazins "Joule" sorgen die aufwändigen Berechnungen jedes Jahr weltweit für einen CO2-Ausstoß von 22 bis 23 Millionen Tonnen – vergleichbar mit ganzen Ländern wie Jordanien oder Sri Lanka. Das berichtet die Tagesschau. Nun gibt es weitere erschreckende Zahlen zum Krypto-Schürfen. Eine neue Studie im Magazin "Resources, Conservation and Recycling" beschäftigt sich mit dem Elektroschrott, der durch die Bitcoin-Berechnung entsteht. Demnach verursacht der Abbau jedes Jahr rund 30,7 Kilotonnen an E-Müll. "Diese Zahl ist vergleichbar mit der Menge an kleinen IT- und Telekommunikationsgeräten, die in einem Land wie den Niederlanden anfallen", zitiert Gizmodo die Forscher.

Noch plastischer wird die düstere Bilanz durch einen konkreten Vergleich, den sich jeder vorstellen kann: Jede einzelne Bitcoin-Transaktion verursacht rechnerisch rund 272 Gramm Elektroschrott – oder die Menge von zwei ausrangierten iPhone 12. Bei 112,5 Millionen Bitcoin-Transaktionen allein im Jahr 2020 ergibt sich also ein ungeheurer Schrotthaufen. Der Elektromüll entsteht vor allem deswegen, weil die Hardware der prozessorhungrigen Bitcoin-Server laut Guardian etwa alle 1,3 Jahre gegen noch leistungsfähigere Chips ausgetauscht wird – also wesentlich schneller als in fast allen anderen IT-Bereichen. Bei der Entsorgung des Bitcoin-Mülls geraten häufig giftige Chemikalien und Schwermetalle in den Boden, was wiederum Luft und Wasser mit Schadstoffen belastet – ein verheerender Kreislauf. Die Bitcoin-Alternative Ethereum verspricht Berechnungen mit deutlich weniger Energieaufwand, hat seine Prozesse aber noch nicht komplett umgestellt.

Das sind die weiteren Themen von TechTäglich am 20. September 2021:


Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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