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700 Euro wert?
Chanel-Adventskalender wird auf TikTok verrissen

Wer 700 Euro für einen Adventskalender verlangt, muss dafür auch was bieten. Chanel hatte bei seinem jedoch nicht mit dem Social-Media-Phänomen der Unboxing-Videos gerechnet. 

Text: W&V Redaktion

7. Dezember 2021

Chanel hat Social-Media-Ärger auf sich gezogen
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Vorbei sind die Zeiten, in denen Adventskalender jeden Tag winzige Naschereien hergaben – mittlerweile gibt es kaum ein Produkt, das sich nicht hinter 24 Türchen verpacken ließe. Besonders beliebt sind Style- und Beauty-Adventskalender. 2021 hat auch die Luxus-Brand Chanel diese Marktlücke für sich entdeckt, und markentreu kommt der hauseigene Adventskalender nicht gerade günstig daher.  

700 Euro mussten Chanel-Liebhaber für den Adventskalender "N°5" bezahlen, in den USA kostete er 825 US-Dollar. Natürlich ist die limitierte Auflage längst ausverkauft, und auf Ebay tummeln sich bereits Angebote für um die 1.500 Euro.  

Der Inhalt? "Das muss ein Witz sein!" 

Ist ein Adventskalender dieses Geld wert? Eine TikTok-Influencerin namens Elise Hamon lüftet auf ihrem Kanal das Geheimnis und öffnet nach und nach die Türchen des teuren Kalenders. Ihre entsetzten Reaktionen sammeln seit Beginn des Monats Millionen von Klicks an – denn der Inhalt bietet wenig Licht und vor allem sehr viel Schatten. 

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Lobte Hamon zu Beginn noch die edle Verpackung, die dem legendären Chanel-N°5-Parfum nachempfunden ist, stellte sich beim Öffnen der ersten Türchen schnell Ernüchterung ein. Hinter dem ersten beliebig gewählten Türchen fanden sich Sticker. "Das muss ein Witz sein", rief die TikTokerin.  

Ein Kalender voller Reisegrößen und Plastik-Gimmicks 

Dass sich in dem nächsten Schächtelchen eine hochwertige Handcreme befand, tröstete nur kurz über die Enttäuschung hinweg, denn im folgenden Video ging es mit einem leeren Stoffbeutel weiter. "Ich denke mir das nicht aus – es ist wirklich nur dieser Beutel", kommentierte eine entnervte Hamon. 

In ähnlicher Manier ging es weiter: Zwischen Luxus-Kosmetika wie Körpercreme in Reisegröße ("Gerade genug für meinen linken Arm", wie Hamon bemerkte) oder Mini-Lippenstift fanden sich immer wieder Billig-Gimmicks wie Magneten, ein Daumenkino oder ein Armband mit Chanel-Anhänger, der die TikTokerin an einen Plastik-Kronkorken erinnerte.  

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Einzig am ersten Weihnachtsfeiertag, an dem es in den USA traditionell die Geschenke gibt, findet sich ein Produkt in dem Kalender, das den exorbitanten Preis rechtfertigt: eine Flasche Chanel N°5 im Wert von etwa 100 Euro.  

Unelegante Reaktion von Chanel 

Die Video-Reihe endet mit einem weiteren Sticker und einem "Ich bin durch!" von Hamon. Sie ist nicht die erste Influencerin, die sich enttäuscht von dem Chanel-Adventskalender zeigt. Ein weiteres TikTok-Video stellte die Frage: "Haben die ihren Verstand verloren?" Und auf YouTube wurde bereits davor gewarnt, dass der Warenwert nicht, wie bei Adventskalendern oft üblich, den Kaufpreis übersteigt, sondern es sich einzig und allein um ein Sammlerstück handelt.  

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Dass die Social-Media-Kritik bei einer alteingesessenen Luxus-Marke wie Chanel dauerhaften Schaden anrichtet, darf bezweifelt werden. Sonderlich glücklich scheint das Mode-Haus über die negative Aufmerksamkeit jedoch nicht zu sein: Wie Elise Hamon in einem weiteren TikTok-Video behauptete, habe Chanel sie auf der Plattform blockiert. 


Autor: Jennifer Caprarella

Jennifer Caprarella begann ihre Karriere einer Entertainment-Nachrichtenagentur, wo sie direkt nach dem Praktikum die Leitung eines der TV-Ressorts übernahm, und entdeckte als freiberufliche Redakteurin schließlich ihre Affinität für Digital-, Social-Media- und Tech-Themen. Wenn sie nicht von ihrer Heimatstadt München aus in die Tasten haut, treibt sie sich in Londons Theaterhäusern rum oder geht mit Hündin Luna auf Fährtensuche.

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