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AGF
Corona: Deutsche schauen mehr fern

Im Jahr der Pandemie gewinnt das Fernsehen an Publikum. Die durchschnittliche Sehdauer steigt auf 220 Minuten am Tag, wie die AGF Videoforschung meldet. Die Nutzung liegt deutlich über Vorjahresniveau.

Text: W&V Redaktion

5. Januar 2021

Fernsehen hat im Coronajahr wieder eine wichtige Rolle gespielt.
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Corona hat unser aller Leben verändert und freilich auch die Sehgewohnheiten der Deutschen, die mehr gucken denn je. 2020 schalteten jeden Tag 72 Prozent der über 14-Jährigen ein. Das waren 3,1 Prozent mehr als 2019, wie die AGF Videoforschung meldet. Zur Erinnerung: Die AGF legt in ihren Auswertungssystemen als Grundgesamtheit die Wohnbevölkerung in der Bundesrepublik ab drei Jahren in Privathaushalten mit mindestens einem Fernsehgerät in Gebrauch und einem deutschsprachigem Haupteinkommensbezieher zu Grunde.

Im Schnitt haben die Zuschauer:innen ab 3 Jahren also jeden Tag 220 Minuten ferngesehen - das entspricht drei Stunden und 40 Minuten. Die Nutzung liegt mit einem Zuwachs von rund zehn Minuten deutlich über Vorjahresniveau.

Hohes Informationsbedürfnis

TV wächst jedoch, wie die AGF meldet, nicht nur im Vorjahresvergleich, sondern auch gegen den rückläufigen Trend der vergangenen Jahre. Und das obwohl im Jahr 2020 Quotengaranten wie die Fußball-Europameisterschaft, die Olympischen Sommerspiele, generell der Live-Sport, coronabedingt ausfallen mussten. Für alle Zielgruppen stellt die Forschungsgemeinschaft als Treiber ein gesteigertes Informationsbedürfnis fest.

Insbesondere bei den jüngeren Zielgruppen sei der Abwärtstrend gestoppt. Die durchschnittliche Sehdauer lag bei den 14-49-Jährigen bei 137 Minuten oder zwei Stunden und 17 Minuten am Tag nahezu auf Vorjahresniveau. "Diese Stabilisierung der Sehdauer ist bemerkenswert, da insbesondere jüngere Zielgruppen Bewegtbildinhalte zusehends intensiver zeitunabhängig über Streaming-Plattformen konsumieren und klassisch-lineares TV selektiver nutzen", sagt Kerstin Niederauer-Kopf, Vorsitzende der Geschäftsführung der AGF Videoforschung.

Der Zusammenhang zwischen Sehdauer und Corona-Pandemie ist auffällig. Sowohl im März wie April, also während des ersten Lockdowns, wie auch im November und Dezember, dem derzeit noch andauernden Lockdown, lag die durchschnittliche Sehdauer bei den Zuschauer:innen ab 3 Jahren deutlich über den Vorjahresmonaten. Zum Vergleich: Die kumulierte Nettoreichweite betrug im Jahr 2019 für Zuschauer:innen gesamt 10,2 Mio. über verschiedene öffentlich-rechtliche Sender. 2020 schalteten somit 5,3 Mio. Personen mehr ein. Dies entspricht einer Steigerung gegenüber 2019 von 51,8 Prozent.


Autor: Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er interessiert sich für alles, was Werber:innen unter den Nägeln brennt. Seine Schwerpunktthemen sind Agenturstrategie, Kreation und UX. Privat engagiert er sich für LGBTQI*-Rechte, insbesondere in der Ukraine.

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