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Studie
Corona stresst berufstätige Mütter besonders stark

Wer kleine Kinder zu versorgen hat, wendete während der Corona-Beschränkungen 2020 mehr Zeit für die Betreuung auf. Doch die Lasten waren ungleich verteilt. Das wirkte sich auch auf die Lebenszufriedenheit aus.

Text: W&V Redaktion

18. Februar 2022

Rund zehn Stunden mehr als sonst verbrachten Mütter kleiner Kinder mit deren Betreuung während des ersten Corona-Lockdowns.
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Die Kita- und Schulschließungen während der ersten Corona-Welle haben einer Studie zufolge vor allem Mütter belastet.

Für beschäftigte Frauen mit Kindern bis zwölf Jahren stieg die für Job, Pendeln, Kinderbetreuung und Haushalt aufgewendete Zeit im Frühjahr 2020 um acht Stunden pro Woche, für Väter um nur drei Stunden, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte.

Gleichzeitig sei die Lebenszufriedenheit der Frauen im Frühjahr 2020 gesunken.

Für die Studie hatten die Fachleute im November und Dezember 2020 etwa 11.000 Beschäftigte befragt. Demnach wirkte sich die Corona-Pandemie gleichermaßen auf männliche und weibliche Beschäftigte aus. In früheren Rezessionen wie der Finanzkrise 2009 seien Männer oft stärker vom Arbeitsausfall betroffen gewesen.

"In der Covid-19-Pandemie waren viele Dienstleistungsbranchen mit traditionell hohem Frauenanteil ungewöhnlich stark betroffen, wie Gastronomie und Unterhaltung", erläuterte IAB-Forscherin Hannah Illing. So seien im Mai 2020 mehr als 40 Prozent der Beschäftigten in Kurzarbeit Frauen gewesen. Im Mai 2009, während der Finanzkrise, habe ihr Anteil nur bei etwa 20 Prozent gelegen.

Viele Frauen arbeiteten aber auch im Gesundheits- und Sozialwesen, wo es im Zuge der Corona-Krise kaum Arbeitsausfälle gegeben habe. Dadurch sei der Arbeitsausfall in den verschiedene Branchen während der Pandemie unter dem Strich weitgehend geschlechtsneutral gewesen.

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