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TechTäglich
Cybermobbing: 35 Prozent der Erwachsenen betroffen

Heute in TechTäglich: Eine neue Studie aus Karlsruhe zeigt, wie erschreckend schnell sich Cybermobbing in Deutschland verbreitet. Stellen wir im Internet die Meinungsfreiheit über die Menschenwürde?

Text: W&V Redaktion

19. November 2021

Erschreckende Zahlen: Cybermobbing breitet sich in Deutschland immer mehr aus.
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Cybermobbing: 35 Prozent der Erwachsenen betroffen

Cybermobbing verbreitet sich in den deutschsprachigen Ländern auch unter Erwachsenen mit erschreckender Geschwindigkeit. Eine am Donnerstag veröffentlichte Studie des Karlsruher Bündnisses gegen Cybermobbing spricht von einer "bedrohlichen Dynamik", mit der Hass, Hetze und persönliche Angriffe im Netz zunehmen. Seit der letzten Studie von 2018 haben die Forscher allein in Deutschland eine Steigerung von 25 Prozent registriert. Für die Untersuchung mit dem Titel "Mobbing und Cybermobbing bei Erwachsenen" wurden 4.000 Menschen im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt. 2.000 davon stammen aus Deutschland sowie jeweils 1.000 aus Österreich und der Schweiz.

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Mehr als ein Drittel ist betroffen

Erschreckendes Ergebnis: In Deutschland sind 32,6 Prozent der Befragten bereits einmal Opfer von Cybermobbing und Internethetze geworden, in Österreich 36,1 Prozent und in der Schweiz sogar 38,7 Prozent. Das ergibt über die drei Länder hinweg einen Gesamtanteil von 35 Prozent oder mehr als ein Drittel. In Deutschland entspricht das rund 17 Millionen Opfern. Besonders betroffen sind Frauen und jüngere Menschen zwischen 18 und 24. Aktuell sehen sich 11,5 Prozent der Erwachsenen in Deutschland Cybermobbing ausgesetzt.

48 Prozent der Angriffe am Arbeitsplatz

Laut der Experten kommt es zu 48 Prozent am Arbeitsplatz zu solchen Attacken, bei denen die Betroffenen ausgegrenzt, verunglimpft oder bei Kollegen und Vorgesetzten angeschwärzt werden. Aber auch im privaten Bereich tritt das Phänomen demnach immer häufiger auf – was sich durch die Corona-Pandemie noch verstärkt hat. 15 bis 20 Prozent der Opfer greifen wegen des Mobbings zu Alkohol, Medikamenten oder Drogen. Uwe Leest, Vorstandsvorsitzender des Karlsruher Bündnisses, hält die komplette Anonymität im Netz für die Hauptursache der immer stärker zunehmenden Angriffe: "Ich garantiere: Wenn die Anonymität wegfiele, hätten wir 90 Prozent weniger Cybermobbing-Fälle." Er beklagt: "Wir stellen die Meinungsfreiheit über die Menschenwürde."

Das sind die weiteren Themen von TechTäglich am 19. November 2021:


Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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