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Aufgedeckt
Deutschlands größtes Pornoportal in Russen-Besitz

Hinter der Pornoplattform xHamster stecken offenbar zwei Unternehmer aus Russland mit fragwürdiger Vergangenheit. Das fanden Strg_F und der Spiegel in monatelangen Recherchen heraus.

Text: W&V Redaktion

15. Oktober 2021

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Die Betreiber der deutschlandweit meistbesuchten Porno-Website heißen Oleg Netepenko und Dmitry Gusev. Das legen Rechercheergebnisse des Reportageformats Strg_F und des Nachrichtenmagazins Spiegel nahe. Demnach verschleierten die Männer als Eigentümer der zypriotischen IT-Firma Wisebits über ein komplexes Offshore-Firmennetzwerk ihre Verbindungen zur Pornoplattform xHamster.

Missbräuchliche Inhalte bekannt

xHamster wurde erstmals im Jahr 2007 registriert, zunächst anonym, wenig später kann sie auf Netepenko und eine Moskauer Adresse zurückgeführt werden. Zur gleichen Zeit gründete der Unternehmer zahlreiche weitere Pornoplattformen, einige davon mit möglicherweise strafrechtlich relevanten Inhalten. Offenbar wurde aus rechtlichen Gründen mindestens eine der von Netepenko registrierten Websites gelöscht: Sie zeigte womöglich Bilder von Kindern oder Jugendlichen oder verlinkte darauf und landete deshalb in Finnland auf einer Sperrliste für Kinderpornografie. 

xHamster stand zuletzt immer wieder in der Kritik wegen missbräuchlicher Inhalte. So wurden beispielsweise Videos, die ohne das Einverständnis der abgebildeten Personen auf die Plattform geladen wurden, nicht oder nur unzureichend gelöscht.

Verdacht auf Geldwäsche

Dmitry Gusev, der mutmaßlich zweite Mitgründer der Website, gab sich in der Vergangenheit gegenüber Medien offenbar unter dem Pseudonym Alex Hawkins als Vizechef von xHamster aus. Auch der Spiegel ließ Hawkins unter diesem Namen zu Wort kommen. Gusev hält heute zehn Prozent an Wisebits. Oleg Netepenko ist mit 90 Prozent der Anteile Mehrheitseigentümer des Unternehmens.

Gegen mindestens eines der Unternehmen, die zu Wisebits gehören, lag nach Informationen von Strg_F und Spiegel eine Geldwäscheverdachtsmeldung vor, ausgelöst durch eine Überweisung auf die britischen Jungferninseln. Zahlungen des Unternehmens Hammy Media über eine Schweizer Privatbank führten im Jahr 2016 zu zwei weiteren Meldungen. Antworten auf die Fragen der Magazine gaben Netepenko und Gusev nicht.

Eine Reportage zum Sachverhalt sendet Strg_F dazu am Sonntag, den 17.10. um 18 Uhr auf ihrem YouTube-Kanal.


Autor: Katrin Ried

Ist Autorin der W&V. Neben Marketingthemen beschäftigt sie sich vorwiegend mit Zukunftstechnologien in Mobilität, Energie und städtischen Infrastrukturen. Für Techniktrends interessiert sie sich ebenso wie für Nachhaltigkeit, sozialen und ökologischen Konsum.

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