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Verkaufsrekorde
Digitale Zeitungen werden zum Erfolgsmodell

Mit 150.000 zahlenden Digitalabonnenten meldet die Süddeutsche Zeitung einen neuen Verkaufsrekord für digitale Abos. Diese entwickeln sich für viele Verlage zunehmend zu Verkaufsrennern.

Text: W&V Redaktion

3. September 2020

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Für digitale Inhalte Geld zu bezahlen war für viele Menschen lange Zeit so gut wie undenkbar. Diese weit verbreitete Einstellung scheint sich aber nun allmählich zu ändern, wie die aktuelle "E-Paper-Studie 2020" der ZMG Zeitungsmarktforschung belegt, die im Auftrag des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) durchgeführt wurde. Danach ist heute jede achte verkaufte Zeitung hierzulande ein E-Paper, wobei deren Auflage allein im zweiten Quartal des laufenden Jahres um 20 Prozent auf nunmehr über zwei Millionen Exemplare gestiegen ist. Zu den Gewinnern dieser Entwicklung zählt auch die Süddeutsche Zeitung, die heute mit 150.000 einen neuen Rekord bei den SZ Plus-Abonnements vermelden konnte. Laut ZMG-Studie sind Digitalleser zu mehr als zwei Dritteln unter 50 Jahre alt und damit im Durchschnitt jünger als Leser der gedruckten Varianten. Wichtig ist für diese Leser in erster Linie guter Journalismus, für den sie auch zu zahlen bereit sind.  

Lokale und regionale Nachrichten 

Während die Leser digitaler Zeitungen überdurchschnittlich an klassischen Nachrichtenthemen interessiert sind, gilt das besondere Interesse für 80 Prozent der Abonnenten den lokalen und regionalen Nachrichten. Hier wiederum stehen für sie Verkehrsthemen, Umwelt und Infrastruktur, Soziales, lokale Wirtschaftspolitik, Polizeiberichte sowie Veranstaltungen im Mittelpunkt. Zudem stellt die ZMG-Studie fest, dass E-Paper-Nutzer anderen digitalen Medien gegenüber aufgeschlossener sind als die Leser gedruckter Zeitungen. So halten 60 Prozent der Digitalabonnenten Podcasts und 55 Prozent Videoplattformen für eine gute Ergänzung zur eigenen Meinungsbildung. 

Einfache Handhabung 

Doch was sind nun die Hauptgründe für den Abschluss eines Digitalabonnements? Hier gibt laut Studie vor allem das einfachere Handling und der Wegfall von Papier den Ausschlag. Zudem ist die allgegenwärtige Verfügbarkeit ein großer Pluspunkt. Gelesen werden die Webausgaben digitaler Zeitungen übrigens auf Tablets, Computer und Smartphones zu nahezu gleichen Anteilen. Wird eine App verwendet, dann liegen sie Smartphones deutlich vorn. "Immer mehr Leser greifen zum E-Paper der Zeitung und sind bereit, dafür zu zahlen. Eine attraktive und wachsende Zielgruppe – für Verlage und für Werbungtreibende", sagt BDZV-Geschäftsführerin Katrin Tischer. Letztlich sei es Geschmackssache, ob die Zeitung gedruckt oder digital gelesen werde. "Wichtig ist der Inhalt, den die Zeitungen in jeder Variante bieten: guter, verlässlicher Journalismus, den die Menschen so konsumieren können, wie es ihren Neigungen entspricht," so Tischer weiter.


Autor: Stefan Schasche

In über 20 Jahren als Redakteur hat Stefan Schasche für diverse Zeitschriften über alles geschrieben, was Mikrochips oder Li-Ion-Akkus unter der Haube hat. Vor seiner Zeit bei der W&V schrieb er für das Schwestermagazin Kontakter über Kampagnen, Programmatic Advertising und internationale Werbethemen. 

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