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TechTäglich
Ex-WhatsApp-Team bringt Anti-Facebook

Heute in TechTäglich: Eine neue App will den Komfort und den Nutzen von WhatsApp mit Datenschutz, Privatsphäre und konsequent verschlüsselten Nachrichten verbinden. Klingt nach einer guten Idee.

Text: W&V Redaktion

15. Dezember 2021

Tschüss WhatsApp, Hallo HalloApp? Testen könnte sich lohnen.
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Ex-WhatsApp-Team bringt Anti-Facebook

Seit Facebook 2014 für 19 Milliarden Dollar WhatsApp übernommen hat, hat der Messenger einen regelrechten Exodus von Gründern, Managern und Ingenieuren erlebt. Viele davon haben den Zuckerberg-Konzern aus Unzufriedenheit über dessen fragwürdige Datenschutz-Politik verlassen. Neeraj Arora und Michael Donohue, zwei einstige Schlüsselfiguren von WhatsApp, haben dieses Jahr mit HalloApp einen Mix aus Messenger und sozialem Netzwerk auf den Markt gebracht, der den Komfort und den Nutzen von WhatsApp mit Datenschutz, Privatsphäre und konsequent verschlüsselten Nachrichten verbindet. Die Entwickler versprechen für die Gratis-App, die es für iOS und Android gibt: "HalloApp ist da! Die erste App für echte Beziehungen. Wir entwickeln diese App für Dich und Deine Liebsten, Deine Freunde und Kollegen. Im Gegensatz zu älteren sozialen Netzwerken glaubt HalloApp, dass das Recht auf Privatsphäre ein grundlegendes Menschenrecht ist." Nach einem gemächlichen Start läuft HalloApp nun in der Betaphase und soll nach und nach mehr Nutzer erreichen.

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Momentan noch komplett gratis

Neeraj Arora war bis 2018 Hauptgeschäftsführer von WhatsApp und eine Schlüsselfigur bei der Übernahme durch Facebook. Donohue arbeitete bis 2019 als technischer Direktor von WhatsApp. Nachdem der Zuckerberg-Konzern zunehmend damit begonnen hat, Facebook und WhatsApp zu verknüpfen, verließen die beiden das Unternehmen. HalloApp erinnert ohne Werbung und mit reduzierter Optik an die Gründerzeiten von WhatsApp – nur in orange statt in grün. Außer der für die Nutzung technisch erforderlichen Telefonnummer, so der Standard, soll die App keine Daten der Nutzer speichern. Lediglich vier Menüpunkte – Nachrichten von Freunden, Gruppen-Chats, Einzel-Chats und Einstellungen – sorgen für Übersicht. Markenauftritte, Werbung und "Influencer, die den Feed verstopfen" und die auf WhatsApp nerven, soll es nicht geben. Motto stattdessen: "Stell Dir vor, wenn Deine 'Freunde' Deine echten Freunde sind." Momentan ist HalloApp noch komplett kostenlos und wird durch Investoren finanziert. Später sollen spezielle Funktionen im Abo verfügbar sein. So war ursprünglich auch das Geschäftsmodell von WhatsApp geplant – bis Mark Zuckerberg mit seinen Milliarden kam.

Das sind die weiteren Themen von TechTäglich am 15. Dezember 2021:


Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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