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Nach Komplett-Übernahme
Funke: Neue Führungsriege und neue Struktur

Ein neues Executive Board soll künftig die Zusammenarbeit der verschiedenen Sparten der Funke-Mediengruppe lenken. Andreas Schoo, Michael Wüller und Michael Geringer verlassen das Unternehmen.

Text: W&V Redaktion

19. Juli 2021

Die neue Führungsriege bei Funke (v.l.): Christoph Rüth, Andrea Glock, Simone Kasik, Bianca Pohlmann und Jochen Beckmann.
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Nach der Komplett-Übernahme der Funke Mediengruppe durch die Familie Grotkamp hat jetzt ein umfassender Unternehmensumbau begonnen. Andrea Glock, Simone Kasik, Christoph Rüth, Bianca Pohlmann und Jochen Beckmann sollen ein neues Führungsteam bilden, wie Funke am Montag in Essen mitteilte.

Ein sogenanntes Executive Board soll als oberstes Entscheidungsgremium unter anderem die spartenübergreifende Zusammenarbeit gewährleisten. Die österreichischen Kartellbehörden hatten am Freitag den Kauf sämtlicher Anteile der Funke Mediengruppe durch die Familie Grotkamp - Petra Grotkamp und ihre Kinder Julia Becker, Nora Marx und Niklas Wilcke - genehmigt. Diese Hürde hing mit den Funke-Aktivitäten in Österreichs Printsektor zusammen.

Keine Zeit zu verlieren

Die Vorsitzende des Aufsichtsrats, Julia Becker, betonte: "Wir wollen und dürfen keine Zeit verlieren und beginnen umgehend mit der Umsetzung eines Plans, den wir in den vergangenen Monaten mit Hilfe zahlreicher Experten ausgearbeitet haben." Innerhalb der kommenden zwei Jahre werde "in einem mehrstufigen Prozess eine Spartenstruktur mit schlanker Holding aufgebaut", heißt es in der Mitteilung des Medienunternehmens weiter.

Vorgesehen sind demnach die drei Sparten Regionalmedien, Zeitschriften und Digitales. Hinzu komme ein "Center of Excellence" mit Zentralbereichen wie IT und kaufmännischen Abteilungen. Die Sparten und das Center of Excellence sollen jeweils unternehmerisch weitgehend unabhängig und für Partnerschaften mit anderen Medienhäusern anschlussfähig sein.

Geschäftsführerfunktionen sind in dieser künftigen Unternehmensstruktur allein in den Sparten, jedoch nicht mehr auf Konzernebene vorgesehen. Bis zur Realisierung dieser neuen Struktur wird Christoph Rüth weiterhin Konzerngeschäftsführer mit der schwerpunktmäßigen Verantwortung für Regionalmedien und Digitales bleiben. Andrea Glock, bisher Leiterin Unternehmensorganisation und -entwicklung, und Simone Kasik, bislang Leiterin Controlling und Corporate Finance, werden neue Geschäftsführerinnen auf Konzernebene. Zu Glocks Aufgabenbereich gehören die Unternehmensentwicklung und Services, Kasik übernimmt als Chief Financial Officer die kaufmännische Konzernleitung. Bianca Pohlmann und Jochen Beckmann leiten gemeinsam den Zeitschriftenbereich.

Schoo, Wüller und Geringer nehmen ihren Hut

Andreas Schoo und Michael Wüller, die zuletzt gemeinsam mit Rüth als Konzerngeschäftsführer die Geschicke der Funke Mediengruppe lenkten, sowie Michael Geringer, Geschäftsführer der Funke Zeitschriften, verlassen dagegen das Unternehmen.

"Wir danken Andreas Schoo für die Jahre in unserem Haus. Gemeinsam mit seinem Team ist es ihm gelungen, die Ergebnisse der Zeitschriften in einem schwierigen Marktumfeld erfolgreich zu halten. Zudem hat er die Digitalisierung unseres Hauses vorangebracht", sagt Nora Marx. Mit Michael Wüller verlasse zudem ein überaus verlässlicher Wegbegleiter das Haus, der einen wichtigen Anteil daran habe, dass die Funke Mediengruppe wirtschaftlich so stabil dastehe. "Auch ihm sind wir zu großem Dank verpflichtet", so Marx weiter. "Wir wünschen beiden alles Gute für ihre Zukunft. In diesem Sinne möchten wir auch Michael Geringer danken, der mit seinem Know-how das Zeitschriftengeschäft ganz wesentlich zu dem gemacht, was es heute ist: eine tragende Säule unseres Unternehmens."

Aus der Funke Mediengruppe solle ein ein modernes zukunftsorientiertes Medienunternehmen werden, betont Julia Becker. "Wir wollen guten Journalismus sichern, neue Produkte und Geschäftsmodelle entwickeln, digitaler, schlanker und schneller werden."

Zur Funke Mediengruppe gehören neben der WAZ auch Zeitungstitel wie das Hamburger Abendblatt und die Berliner Morgenpost. Die Zentralredaktion in Berlin steuert seit 2015 überregionale Inhalte bei. (dpa/avf)


Autor: W&V Redaktion

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