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Drei Milliarden Dollar
Google zahlt Strafe wegen gesammelter Kinderdaten

Tochter-Konzern Youtube hat gegen die britischen und europäischen Datenschutzvorschriften verstoßen und Daten von Kindern unter 13 Jahren gesammelt. Google muss daher drei Milliarden Dollar zahlen.

Text: W&V Redaktion

15. September 2020

Die Drei-Milliarden-Klage gegen Youtube kommt von Eltern der mehr als fünf Millionen britischen Kindern unter 13 Jahren.
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Google steht in Großbritannien eine milliardenschwere Klage bevor. Die Behauptung: Tochter-Unternehmen Youtube soll routinemäßig gegen Datenschutzgesetze verstoßen haben, indem es Kinder online verfolgt.

Eltern der mehr als fünf Millionen britischen Kindern unter 13 Jahren haben die Klage gegen Youtube eingereicht. Unterstützung erhalten sie vom Datenschutzkämpfer Duncan McCann und Foxglove, einer Tech Justice Group. Die Antragsteller gehen davon aus, dass bei Erfolg eine Entschädigung von bis zu 2,5 Milliarden Pfund (3,2 Milliarden US-Dollar und 2,7 Milliarden Euro) im Wert von 100 bis 500 Pfund pro Kind anfällt.

Kinderdaten ohne Zustimmung der Eltern gesammelt

Mit dem Sammeln von Kinderdaten verstößt Google gegen die britischen und europäischen Datenschutzvorschriften. YouTube habe "systematisch gegen diese Gesetze verstoßen, indem es Kinderdaten ohne vorherige Zustimmung der Eltern gesammelt habe", heißt es in der Einreichung. Ein Sprecher von YouTube lehnte ein Statement zu der Klage ab, fügte laut Bloomberg aber hinzu, dass der Video-Streaming-Dienst Youtube nicht für Nutzer unter 13 Jahren konzipiert sei.

"Wir haben die YouTube Kids-App als spezielles Ziel für Kinder gestartet und arbeiten ständig daran, Kinder und Familien auf YouTube besser zu schützen", heißt es in einer per E-Mail gesendeten Erklärung.

Laut den Antragstellern handelt es sich hier um die erste Sammelklage in Europa, die im Namen von Kindern gegen ein Technologieunternehmen erhoben wird. "Die Kosten für den sogenannten kostenlosen YouTube-Service sind Kinder, die von Online-Inhalten abhängig sind und von großen Technologieunternehmen beeinflusst werden, die ihre Privatsphäre gestohlen haben", sagte Cori Crider, Geschäftsführer von Foxglove. 

Immer mehr Datenschutzbeauftragte haben in den letzten Monaten ihre Aufmerksamkeit stärker auf den Schutz von Kinderdaten gerichtet. Auch TikTok von ByteDance wurde in den letzten Monaten hinsichtlich der Verarbeitung von Kinderdaten untersucht. 


Autor: Nadia Riaz

volontierte bei W&V und Kontakter, war anschließend Redakteurin bei LEAD, wo sie ihre Begeisterung für Digital- und Tech-Themen entdeckte. Nadia hat München für Hamburg ausgetauscht und schreibt jetzt als freie Autorin für W&V am liebsten über Blockchain und KI.

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