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Kein Vittel mehr in den Lidl-Regalen

Schwieriger Markt, umstrittenes Produkt: Lidl und Nestlé haben sich gegen eine Verlängerung des Vittel-Vertrags entschieden. Lidl-Kunden müssen nun auf andere Produkte umsteigen, am besten auf Eigenmarken.

Text: W&V Redaktion

19. Oktober 2021

Lidl will seine Eigenmarken stärker promoten.
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Wie Nestlé inzwischen betätigt hat, wird ab Ende Oktober kein Vittel-Wasser mehr an Lidl geliefert. Beide Seiten einigten sich demnach darauf, den Vertrag nicht weiter zu verlängern. Damit bestätigt sich ein Bericht über das Aus der Zusammenarbeit im Manager Magazin. Offizielle Begründungen zu den Hintergründen gibt es nicht, allerdings passt es für beide Seiten in die aktuelle Strategie.

Nestlé befindet sich bereits auf dem Rückzug aus dem Wassergeschäft. Anfang des Jahres verkaufte der Konzern die Nordamerika-Sparte mit verschiedenen Wassermarken wie Poland Spring, Deer Park, Ozarka, Ice Mountain, Arrowhead oder Pure Life. Bereits 2020 trennte sich Nestlé von dem chinesischen Wassergeschäft. Stattdessen konzentriert sich der Konzern auf margenstärkere Wasser-Marken wie Perrier, S.Pellegrino.

Das Geschäft mit dem Wasser hatte Nestlé einst als Wachstumsmarkt betrachtet, tatsächlich haben sich die Erwartungen aber nicht erfüllt und die Nachfrage nach abgepacktem Wasser sinkt. Das zunehmende Bewusstsein für Nachhaltigkeitsaspekte ist ein wichtiger Grund dafür. Besonders Vittel steht zudem in der Kritik, durch die intensive Nutzung der Quelle in der französischen Kleinstadt Vittel den Grundwasserspiegel dort zu senken.

Nach Berechnungen der Lebensmittelzeitung erreicht Vittel ohne das Volumen-Geschäft bei Lidl einen Marktanteil von 2,5 Prozent, hinter Adelholzener auf Platz drei, Danone auf Platz zwei und Marktführer Gerolsteiner.

Lidl dagegen kann sich nach dem Ende des Verkaufs von Vittel auf seine Eigenmarke Saskia konzentrieren und auf das neu positionierte Premiumwasser Schlossblick, das inzwischen ein Bio-Siegel hat.


Autor: Franziska Mozart

arbeitet als freie Journalistin für die W&V. Sie hat hier angefangen im Digital-Ressort, als es so etwas noch gab, weil Digital eigenständig gedacht wurde. Heute, wo irgendwie jedes Thema eine digitale Komponente hat, interessiert sie sich für neue Technologien und wie diese in ein Gesamtkonzept passen.

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