Anzeige

Olaf Scholz und Co.
Kritik an Politiker-Auftritten bei "Ein Herz für Kinder"

Bei der Spendengala “Ein Herz für Kinder” kamen am Samstag nicht nur viele Stars zusammen, sondern auch Politiker. Da die Gala von der "Bild”-Zeitung veranstaltet wird, sorgte dies für reichlich Kritik. 

Text: W&V Redaktion

7. Dezember 2021

Olaf Scholz zog mit dem Auftritt bei einer Spendengala Kritik auf sich
Anzeige

Die Spendengala “Ein Herz für Kinder” am Samstag war aus finanzieller Sicht ein voller Erfolg: Über 27 Millionen Euro wurden für Kinder in Not und soziale Hilfsprojekte gesammelt. Weniger gelungen verlief der Abend für die Politiker, die der Einladung von Springer-Verlag und “Bild”-Zeitung gefolgt waren, um an dem Abend teilzunehmen – darunter auch der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz.  

Ehrenaufgabe für Olaf Scholz 

Dieser durfte am Ende der Sendung die Folie von dem roten Herz ziehen und damit die stolze Spendensumme enthüllen. Zusammen mit Moderator Johannes B. Kerner gab er bekannt, dass 27,6 Millionen Euro zusammengekommen waren. Das sind rund 1,6 Millionen Euro mehr als im vergangenen Jahr und nach Angaben der Veranstalter eine Rekordsumme. 
 
Scholz hielt auch die Laudatio für den Ehrenpreis, der an die über 48.000 Kinderkrankenpfleger in Deutschland geht. "Ihnen gebührt mein ganzer Respekt", sagte Scholz. "In Gesprächen mit vielen Pflegerinnen und Pflegern höre ich immer wieder, wie schwer die Arbeitsbedingungen sind, wie groß die Belastung und wie groß die Überlastung ist, mit der sie zu kämpfen haben." Die Bundesregierung werde alles dafür tun, dass die Arbeit der Pfleger mehr in den Blick der ganzen Gesellschaft gerate und deren Situation sich verbessere. 

Keine Widerworte gegen die Corona-Berichterstattung der "Bild" 

Große Worte, die bei den Zuschauern jedoch weit weniger ins Gewicht fielen als die Tatsache, dass der designierte Bundeskanzler und die grünen Mitglieder des neuen Bundestags Annalena Baerbock und Robert Habeck überhaupt an der Gala teilnahmen. Denn die Aktion “Ein Herz für Kinder” wurde von der “Bild”-Zeitung ins Leben gerufen. “Bild”-Chefredakteur Johannes Boie war es auch, der Olaf Scholz auf dem roten Teppich der Spendengala empfing.  

Ein Unding, wie viele finden, insbesondere angesichts der “Bild”-Berichterstattung über die Corona-Pandemie, die in Kontrast zu den Ansichten und Empfehlungen von Experten und auch der Regierung stehen. Auf Twitter machten Zuschauer ihrem Ärger Luft:  

Dieser Inhalt kann leider nicht dargestellt werden. Sie finden ihn hier.

Dieser Inhalt kann leider nicht dargestellt werden. Sie finden ihn hier.

Gerade erst hatte die “Bild” mit einer polemischen Schlagzeile drei renommierte Wissenschaftler des Landes als “Lockdown-Macher” angeprangert. Dass darüber seitens Scholz, Baerbock oder Habeck kein kritisches Wort fiel und stattdessen bei “Ein Herz für Kinder” gute Miene aufgesetzt wurde, wurde ebenfalls kommentiert:  

Dieser Inhalt kann leider nicht dargestellt werden. Sie finden ihn hier.

Dieser Inhalt kann leider nicht dargestellt werden. Sie finden ihn hier.

Politiker auf Kuschelkurs mit der “Bild”? 

Auch jenseits der Corona-Diskussionen wurde der “Kuschelkurs” mit dem Boulevard-Blatt kritisiert:  

Dieser Inhalt kann leider nicht dargestellt werden. Sie finden ihn hier.

Auch Jan Böhmermann setzte einen bissigen Satire-Tweet ab:  

Dieser Inhalt kann leider nicht dargestellt werden. Sie finden ihn hier.

Vereinzelt gab es auch Stimmen, die den Auftritt der Politiker verteidigen wollten:  

Dieser Inhalt kann leider nicht dargestellt werden. Sie finden ihn hier.

Wenn Olaf Scholz sich jedoch einen Image-Boost für die neue Regierung erhofft hatte – was kann man mit Spenden für Kindern schließlich falsch machen – hat er sich getäuscht.

(mit Informationen der Deutsche Presse-Agentur dpa) 


Autor: Jennifer Caprarella

Jennifer Caprarella begann ihre Karriere einer Entertainment-Nachrichtenagentur, wo sie direkt nach dem Praktikum die Leitung eines der TV-Ressorts übernahm, und entdeckte als freiberufliche Redakteurin schließlich ihre Affinität für Digital-, Social-Media- und Tech-Themen. Wenn sie nicht von ihrer Heimatstadt München aus in die Tasten haut, treibt sie sich in Londons Theaterhäusern rum oder geht mit Hündin Luna auf Fährtensuche.

Anzeige