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Bundestagswahl 2021
Mit dieser Kampagne gehen die Grünen in den Wahlkampf

"Bereit, weil Ihr es seid": Mit diesem Motto ziehen die Grünen in den Wahlkampf. Kanzlerkandidatin Baerbock bleibt dabei im Hintergrund - und das ist schon das Bezeichnendste an der auffallend unauffälligen Kampagne.

Text: W&V Redaktion

13. Juli 2021

Obwohl Annalena Baerbock Kanzlerkandidatin der Grünen ist, tritt sie in der Kampagne meist im Doppelpack mit Robert Habeck auf.
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Eine echte Kampfansage sieht anders aus: Die Grünen haben ihre Kampagne zur Bundestagswahl 2021 vorgestellt. Und obwohl sie mit Annalena Baerbock erstmals in ihrer Parteigeschichte eine Kanzlerkandidatin stellen, ist die 40-Jährige auf den Wahlplakaten nur eine von vielen.

Möglicherweise ist das eine Reaktion auf die anhaltende Kritik, der Annalena Baerbock in den vergangenen Wochen ausgesetzt war. Eine weitere personelle Zuspitzung soll laut Michael Kellner, Bundesgeschäftsführer Bündnis 90/Die Grünen jedoch in einer späteren Kampagnenphase noch folgen.

Bislang aber ist auch das Wort "Kanzlerin" auf keinem der Motive zu sehen, die oftmals Baerbock im Doppelpack mit dem Co-Vorsitzenden Robert Habeck präsentieren. Vielmehr dominieren hier positive Botschaften und die Zuversicht, Deutschlands Zukunft in Einklang mit Umweltschutz gestalten zu können:

Entwickelt wurde die Kampagne von der Inhouse-Agentur Neues Tor 1, die im vergangenen Herbst eigens für den Wahlkampf gegründet worden ist. Damals kündigte Kellner noch an: "Deutschland erlebt nicht nur erstmals einen Wahlkampf ohne amtierende Kanzler:in, sondern auch mit den Grünen als führende progressive Kraft eine neue Form der Auseinandersetzung fernab der alten Denkmuster von Volksparteien und Lagerdenken."

Die Kampagne, die die Partei nun in Berlin vorstellte, kommt tatsächlich wenig kämpferisch daher und setzt stattdessen mehr auf Klimaschutz, Gemeinschaft, Gleichheit und Solidarität:

Was bei der Kampagne besonders auffällt: Auf jedem Motiv wird explizit auf die Briefwahl hingewiesen. Zudem wollen die Grünen, die traditionell eher bei jüngeren Wählern und Frauen viele Stimmen holen, erstmals die Zielgruppe 60+ gezielt ansprechen, unter anderem mit Anzeigen in Print. Darüber hinaus plant die Partei, die ihre Mitgliederzahl seit 2017 auf rund 117.000 fast verdoppeln konnte und auf ein Kampagnenbudget von 12,5 Millionen Euro zurückgreifen kann, zwei Millionen Erstwähler direkt anzuschreiben.

Insgesamt verspricht Kellner einen "sehr digitalen Wahlkampf". Dass man den Instagram-Account mit den meisten Abonnenten unter den Parteien habe, sei wichtig, um die jüngeren Wähler sowie die Erstwähler für sich zu gewinnen, so der Grünen-Chef, der potenzielle Wähler auch an der Haustür und an Infoständen ansprechen möchte.

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