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TechTäglich
Peloton-Krise: Produktion gestoppt – oder nicht?

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit der Eskalation der Peloton-Krise und mit dem Putzen des Apple-Putztuchs.

Text: W&V Redaktion

21. Januar 2022

Die Peloton-Aktie am 20. Januar: Größtmöglicher Absturz.
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Peloton-Krise: Produktion gestoppt – oder nicht?

Beim kriselnden Fitness-Anbieter Peloton überschlagen sich die Ereignisse. Und die Aktie des New Yorker Unternehmens wirkte gestern noch lebloser als "Mr. Big" nach seinem Peloton-Herztod in der "Sex and the City"-Nachfolgeserie "And Just Like That…" (W&V berichtete). Bloomberg schrieb in seinem Tweet zur gestrigen Kursentwicklung: "Die Peloton-Aktie stürzt schlimmer ab als im Emoji mit den sinkenden Börsenkursen." An der Wall Street rauschte Peloton um 7,62 Prozent nach unten, nachdem unter anderem bei TechCrunch gemeldet worden war, dass die Firma die Produktion ihrer Fitness-Bikes und Laufbänder wegen zu vieler unverkaufter Lagerbestände zunächst aussetzt.

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Workouts pro Monat sinken deutlich

Wegen der stark abnehmenden Nachfrage seit der Wiedereröffnung vieler Fitnessstudios soll das Standard-Bike von Peloton (1.495 Euro) bis Ende März nicht mehr produziert werden. Das Premium-Modell Bike+ (2.495 Euro) ist demnach bereits gestoppt, und zwar bis Ende Mai. Und auch die Tread-Laufbänder sollen vorerst nicht weiterlaufen. Zuletzt hatten sich die Peloton-Hometrainer mit ihrem teuren 39-Euro-Monatsabo deutlich schlechter verkauft als wegen Corona im Boom-Jahr 2020. Und die durchschnittliche Zahl der monatlichen Workouts pro Abonnent hat sich von 26,6 auf zuletzt nur noch 16 reduziert.

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Vorgezogene Quartalszahlen veröffentlicht

Peloton-Gründer und CEO John Foley reagierte mit einer Stellungnahme, in der es heißt: "Gerüchte, dass wir die Produktion von Bikes und Treads stoppen, sind falsch." Er gesteht aber recht verquast ein, dass Peloton seine Produktion "größenkorrigiert" ("right-sizing"): "Da wir uns auf saisonalere Nachfragekurven einstellen, passen wir unsere Produktionsniveaus an ein nachhaltiges Wachstum an." Im Vorfeld der neuen Quartalszahlen, die am 8. Februar erwartet werden, hat Peloton laut Bloomberg nun einen Vierteljahresumsatz von 1,14 Milliarden Dollar bekanntgegeben – was nur knapp unter den Erwartungen von 1,16 Milliarden Dollar liegt. Im Peloton-Hype während der Pandemie hatte sich der Fitnessspezialist offensichtlich finanziell übernommen und muss nun wohl Kosten und Personal reduzieren.

Das sind die weiteren Themen von TechTäglich am 21. Januar 2022:


Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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