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TechTäglich
Peloton: Schluss mit Fahrrädern und Laufbändern?

Heute in TechTäglich: Peloton verdient zu wenig Geld mit seinen Fitnessgeräten. Die Trainingsabos werfen dagegen sagenhafte Margen ab. Bloombergs Tech-Experte empfiehlt daher einen Strategiewechsel.

Text: W&V Redaktion

14. Februar 2022

Der Lauf der Zeit: Muss Peloton seine Strategie ändern?
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Peloton: Schluss mit Fahrrädern und Laufbändern?

The Verge hat gerade das Peloton-Laufband Tread (ab 2.845 Euro) ausführlich getestet – und ist zu einem ungewöhnlichen Fazit gekommen. "Das beste Laufband von der unbeständigsten Firma", schreibt Testerin Victoria Song. Sie hat praktisch nur Lob für Hardware und Trainingskurse parat, ist aber irritiert und verunsichert von den anhaltenden Turbulenzen bei Peloton. Zu einem uneingeschränkten Kauftipp reicht es derzeit deshalb nicht. Aufgrund der gebotenen hohen Qualität sieht Song die Aussichten trotzdem optimistisch: "Die Peloton-Fangemeinde ist unglaublich loyal, und vernetzte Fitness wird nicht mehr verschwinden. Die Chancen stehen also gut, dass alles in Ordnung kommt. Es ist nur nicht garantiert."

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Produktion und Logistik funktionieren nicht

Mark Gurman, Apple- und Technik-Experte von Bloomberg, empfiehlt Peloton in seinem neuesten "Power On"-Newsletter dagegen, sich aus dem Hardware-Geschäft zurückzuziehen. Sein Ratschlag: "Peloton sollte sich von der Hardware verabschieden und das Android der Fitnessbranche werden." Gurman kritisiert, dass es Peloton weder zu Beginn noch am Ende der Corona-Pandemie geschafft hat, seine Produktion und Lieferkette auf den Kundenbedarf abzustimmen. Zunächst gab es zu wenige Geräte – und dann zu viele.

Abos bringen viel Geld, Hardware wenig

Allerdings lobt er: "Peloton hat offensichtlich die beste Software und den besten Inhalt für Laufbänder und Heimtrainer." Die Lösung: Keine Fahrräder und Laufbänder mehr, die aufwändig zu produzieren und zu vertreiben sind. Stattdessen soll die Firma aus New York ihre exzellenten Inhalte und Kurse an andere Hersteller von Fitnessgeräten lizenzieren, damit Geld verdienen und Daten sammeln – so wie es Google mit Android macht. Mark Gurman belegt das mit eindrucksvollen Zahlen: "Pelotons Bruttomarge für Hardware lag im vergangenen Quartal bei 6,4 Prozent, während das Abonnementgeschäft eine Marge von 68 Prozent aufwies."

Das sind die weiteren Themen von TechTäglich am 14. Februar 2022:


Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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