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“Tschüss Mutti”
So reagiert Twitter auf Angela Merkels Zapfenstreich

Mit Argusaugen beobachtete Twitter den Großen Zapfenstreich von Angela Merkel: Würde sie peinlich berührt oder doch emotional reagieren? Die scheidende Kanzlerin enttäuschte in beiderlei Hinsicht nicht.

Text: W&V Redaktion

3. Dezember 2021

Angela Merkel verabschiedet sich nach 16 Jahren im Kanzleramt
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Hätte sich Angela Merkel ihren Abschiedsgruß selbst aussuchen können, hätte sie sicher eine andere Variante gewählt als den Großen Zapfenstreich. Denn wer die scheidende Kanzlerin über die 16 Jahre ihrer Regierung auch nur ein wenig beobachtet hat, weiß, dass der Pomp und Pathos der militärischen Zeremonie ihrer Art absolut nicht entspricht. 

Doch mit dem Zapfenstreich endet traditionell nun mal eine Kanzlerschaft. Und so nahm auch Merkel vor dem Berliner Amtssitz des Bundesverteidigungsministeriums Platz und ließ das Abschiedsritual, übertragen als TV-Live-Event, über sich ergehen.  

Von der Nation wurde sie dabei mit Argusaugen beobachtet. Wie mag die abgeklärte Kanzlerin wohl auf so viel Aufhebens reagieren? Wird sie es doch ihren beiden Vorgängern Gerhard Schröder und Helmut Kohl gleichtun und emotional werden? Deutschland sah zu – und reagierte auf Twitter.  

Betretene Stimmung beim Zapfenstreich

Auch auf der Social-Media-Plattform Twitter wurde registriert, wie wenig Merkel eine solche Veranstaltung liegt – nicht ohne eine gehörige Portion genüssliche Schadenfreude.  

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Dass sich die stets stoische Merkel selbst bei ihrem großen Abschied – zumindest meistens – emotional nicht in die Karten schauen ließ, sorgte für reichlich Spannung:  

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Erfahren hat man es nicht, denn die Rede von Angela Merkel konzentrierte sich wie erwartet weniger auf ihre Person als auf das Land, das sie 16 Jahre lang regiert hat sowie dessen Zukunft. Ein Twitter-User meint jedoch entdeckt zu haben, welche Botschaft Merkel tatsächlich an das Volk senden wollte – denn die Bundesraute machte dieser Geste Platz:  

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Sind das etwa Tränen in den Augen von Angela Merkel? 

Am Ende schien die Fassade von Merkel dann doch ein klein wenig zu bröckeln. Als die drei Musikstücke angestimmt wurden, die sie sich selbst hatte aussuchen dürfen, entdeckten die Twitter-User ein verdächtiges Glitzern in den Augen der 67-Jährigen.  

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Dies ließ auch die Zuschauer nicht kalt:  

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Einer fehlte beim Zapfenstreich 

Bei aller überraschenden Emotionalität nahm Twitter die Sache wie so oft mit viel Humor. Und so wurde jeder Aspekt des Zapfenstreichs gnadenlos durch den Kakao gezogen – vom im Gegensatz zur Kanzlerin besonders gefühlsgeladenen Dirigenten... 

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… über den Ton-Patzer des ZDF... 

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… bis hin sogar zur Musikwahl Merkels:  

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Vor allem suchte Twitter jedoch vergeblich nach demjenigen, der die Amtseinführung von US-Präsident Joe Biden zu Beginn des Jahres bei vergleichbaren Temperaturen zum Social-Media-Fest gemacht hatte:  

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Doch da Bernie Sanders mit seinem winterlichen Outfit freilich fehlte, wurde er eben an die Stelle von Annegret Kramp-Karrenbauer kurzerhand dazugeschnitten: 

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“Tschüss Mutti”: Respektvoller Abschied von Merkel 

Doch bei allem Spaß, den Twitter sich mit der scheidenden Kanzlerin erlaubte, blieb am Ende doch – nahezu unberührt von politischen Meinungen – der respektvolle Abschied von einer Frau, die das Land entscheidend geprägt hat. Während Angela Merkel sich sichtbar erleichtert in ihr Auto verziehen durfte, entrichtete Twitter einen letzten Gruß an die “Mutti” der Nation: 

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Autor: Jennifer Caprarella

Jennifer Caprarella begann ihre Karriere einer Entertainment-Nachrichtenagentur, wo sie direkt nach dem Praktikum die Leitung eines der TV-Ressorts übernahm, und entdeckte als freiberufliche Redakteurin schließlich ihre Affinität für Digital-, Social-Media- und Tech-Themen. Wenn sie nicht von ihrer Heimatstadt München aus in die Tasten haut, treibt sie sich in Londons Theaterhäusern rum oder geht mit Hündin Luna auf Fährtensuche.

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