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Der Umbau beginnt 2022
So sieht das ARD-Programm künftig aus

Der Ausbau der Mediathek, neue Formate und mehr Information – das sind die Eckpunkte der Programmreform. Mehr zu tun gibt es für Comedienne Carolin Kebekus und Talkerin Sandra Maischberger.

Text: W&V Redaktion

15. Oktober 2021

Carolin Kebekus produziert künftig auch exklusive Inhalte für die ARD-Mediathek.
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Ein umfassender Ausbau der Mediathek mit vielen Eigenproduktionen, neue Formate und mehr Informationsangebote – das sind die Eckpunkte der ARD-Programmreform, die Programmdirektorin Christine Strobl, Chefredakteur Oliver Köhr und Florian Hager, Channel Manager der ARD Mediathek, jetzt vorgestellt haben. Die Intendantinnen und Intendanten haben die Pläne nach vorheriger Beratung mit den ARD-Gremienvorsitzenden einstimmig verabschiedet.  

Im Zentrum der Offensive, die ab 2022 sukzessive umgesetzt werden soll, stehen demnach die ARD Mediathek und "die Profilierung des Ersten Deutschen Fernsehens", so die Verantwortlichen. Alle ARD-Gemeinschaftsangebote sollen so aufgestellt werden, "dass sie sich ergänzen und zusammen an Jung und Alt richten. Die Mediathek soll regelmäßig eigene Programmhighlights anbieten, die zielgruppenspezifisch und divers ausgerichtet sind; Dokumentationen, Filme und Serien stehen dabei im Mittelpunkt.

Exklusive Dokus

Monatlich soll es exklusive Premieren von Doku-Serien geben. Dazu zählen "Bastards", eine Reihe über ein deutsch-iranisches Wrestling-Team, "Auf dem Weg" über acht Jugendliche mit Down-Syndrom, die gemeinsam auf eine Abenteuerreise gehen, und eine True-Crime-Reihe über die legendäre Polizeidirektion 65 auf der Reeperbahn der 1970er Jahre. Außerdem gibt es die "Nazijäger", eine Geschichte der echten "Inglourious Basterds", und ein Porträt eines interkulturellen Fußball-Teams in Deutschland. Ergänzend werden regelmäßige Dokus aus Politik, Wirtschaft, Ausland, Geschichte, Religion, Kultur und Sport gezielt für die Mediathek und ein jüngeres Publikum geplant und produziert.

Jährlich sind mindestens 25 Premieren von eigenproduzierten und internationalen fiktionalen Serien-Highlights geplant, wie "Santa Fu", eine reale Gefängnisgeschichte unter der Regie von Kida Khodr Ramadan, oder "Lamia", eine Coming-of-Age-Geschichte über eine junge deutsche Muslimin und ihre Familie. Fortgesetzt werden die Serien "All You Need" und "Beforeigners".

Mehr Comedy

Ausgebaut wird auch das Genre Comedy: Entertainerin Carolin Kebekus produziert künftig nicht nur 16 Shows pro Jahr, sondern zusätzlich auch exklusiv ein eigenes Angebot für die Mediathek. Newcomerin Tahnee bekommt eine neue Personality-Show, und Comedy-Serien wie "How to Dad" oder "Marzahn, mon amour" verstärken ebenfalls das Angebot.

Newcomerin Tahnee bekommt eine Personality-Show.

Ein neues Wissensformat wird für den Montagabend um 22.50 Uhr und die Mediathek entwickelt; mit Reportagen aus der Themenwelt des "Weltspiegels" wird zudem ein neuer Schwerpunkt am Montagabend im Ersten geschaffen. Sandra Maischberger erhält ein neues Gesprächsformat: Sie lädt künftig am Dienstag und Mittwoch Gäste aus unterschiedlichen Lebensbereichen ein. Für den Freitag Abend um 21.45 Uhr, wird darüber hinaus eine neue Comedy-Sendung entwickelt. Für den Sendeplatz ist außerdem die Pilotierung einer neuen Reportage-Reihe geplant.

Unter dem Label "ARD investigativ" werden künftig einmal im Monat Dokumentationen in der Mediathek angeboten. Sie entstehen in den Redaktionen der politischen Magazine "Fakt", "Kontraste", "Monitor", "Panorama", "Report Mainz" und "Report München". Sie komplettieren den von diesen Magazinredaktionen durchgehend bespielten Sendeplatz am Dienstag und Donnerstag.

Die Berichterstattung aus Berlin und dem Ausland wird am Sonntagabend auf über 80 Minuten ausgeweitet. Nach der "Tagesschau" wird der "Bericht aus Berlin" um 18 Uhr Uhr auf 30 Minuten verlängert. Die Themen aus dem Ausland werden direkt anschließend im "Weltspiegel" auf einem neuen Sendeplatz um 18.30 Uhr vertieft, die Sendezeit wird dazu auf 45 Minuten verlängert.

Der Montag wird zum Infotag

Der Montag ist der neue Informationstag im Ersten: Um 20.15 Uhr werden neben dem Naturfilm Dokumentationen und Reportagen aus Politik, Kultur, Wirtschaft, Religion, Geschichte und Sport platziert. Ergänzend werden die Doku-Reihen aus dem Themenfeld Geschichte und die "ARD Story" weiterentwickelt und durch das multimediale Reportageformat "Rabiat" zu einem größeren Informationspaket ausgebaut.

Für die Sportfans gibt es mehr 2. Bundesliga und außerdem regelmäßige Begegnungen aus den internationalen Fußball-Ligen. Geplant ist außerdem, das Sendeschema des Ersten für weitere Themenschwerpunkte zu öffnen, etwa anlässlich des "Weltwassertags" im März 2022. Auch mehr regelmäßige Live-Kulturevents warten auf das Publikum, unter anderem das Waldbühnen-Konzert der Berliner Philharmoniker und das Deutsche Chorfest in Leipzig.


Autor: Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde

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