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TechTäglich
Ukraine: Mit alter Sat-Schüssel ins Elon-Musk-Internet

Heute in TechTäglich: Viele fragen sich, wie Elon Musk so schnell sein Satelliten-Internet Starlink in die vom Krieg gebeutelte Ukraine gebracht hat. Und das System funktioniert offenbar bestens.

Text: W&V Redaktion

3. März 2022

Funktioniert! Oleg Kutkov hat die Schüssel – aber nicht den Salat.
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Ukraine: Mit alter Sat-Schüssel ins Elon-Musk-Internet

Noch funktioniert das Internet in der Ukraine trotz des russischen Überfalls offenbar weitgehend wie gewohnt. Doch das könnte sich täglich ändern. Um die Menschen in den Kriegsgebieten weiterhin online zu halten, hat Tesla-Chef Elon Musk sein Internet-Satellitensystem Starlink für die Ukraine freigeschaltet – und die dafür notwendige Ausrüstung innerhalb weniger Tage ins Land gebracht. Und das Musk-Netz funktioniert offenbar noch besser und einfacher als erhofft. Das zeigt der Test eines ukrainischen Software-Ingenieurs, von dem The Verge jetzt berichtet. Oleg Kutkov aus Kiew kommt mit einer simplen Satellitenschüssel, die eigentlich für Fernsehempfang gedacht ist, via Starlink ins Internet: "Ich hätte ehrlich nicht gedacht, dass das funktioniert. Aber die Verbindung klappt problemlos, und sie ist richtig schnell."

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Ein Test für alle Ukrainer

Der Tüftler hatte sich schon vor längerer Zeit für mehrere tausend Dollar eine spezielle Starlink-Schüssel auf Ebay besorgt. Doch der Zugang hat trotz mehrerer Hacking-Versuche nicht funktioniert, weil das System nicht für die Ukraine freigeschaltet war. Nun hat er einfach seine normale Sat-Schüssel verwendet, die er "Dishy" nennt – und ist darüber mit schnellen 200 Megabit pro Sekunde im Netz. Angewiesen ist Oleg Kutkov aufs Elon-Musk-Internet bisher nicht, denn noch funktioniert seine normale Glasfaser-Leitung. Aber der Test soll seinen Landsleuten zeigen, dass sie notfalls auch auf diesem Weg ins Netz kommen: "Ich dachte, ich könnte das mal testen und allen berichten: Ja, das funktioniert in der Ukraine. Es ist einsatzbereit, ihr könnt es nutzen." Ein Risiko allerdings bleibt: Die russischen Invasoren könnten die Starlink-Signale tracken und Nutzer ganz gezielt angreifen.

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Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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