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Marketing-Posse
Vegetarischer Metzger blitzt bei Fleischverband ab

Jaap Korteweg startete Ende Juli eine Kampagne, um Mitglied bei zwei Fleischverbänden zu werden - als vegetarischer Metzger. Die Antwort fällt wie erwartet negativ aus. Aber sie lässt auch hoffen.

Text: W&V Redaktion

10. August 2020

Fleisch oder vegetarisch? Das sieht man nicht unbedingt auf den ersten Blick.
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Jaap Korteweg ist ein Mann mit einer großen Mission. Er will der größte Metzger der Welt werden. Seine Produkte, die er unter der Marke The Vegetarian Butcher (gehört zu Unilever) vertreibt, sind allerdings komplett fleischfrei. Das hat den Niederländer jedoch nicht davon abgehalten, sich bei zwei Fleischfachverbänden in Deutschland als Mitglied zu bewerben.

Jetzt hat er eine Absage bekommen - und ein Gesprächsangebot. Beides stammt vom Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie, abgezeichnet von Präsidentin Sarah Dhem. Allerdings weiß auch sie, wie heutzutage der Hase läuft und lässt es weder an Selbstbewusstsein, noch an Humor mangeln. "Hier spricht das Original" startet sie ihren Brief, der W&V vorliegt.

"Schweren Herzens" muss sie Korteweg mit Verweis auf die Satzung einen abschlägigen Bescheid geben. "Wir verstehen, dass Ihr gern dazugehören möchtet, weil Ihr unsere Produkte attraktiv findet. Deshalb ja auch Euer kläglicher Versuch, sie nachzumachen. Aber leider: Wahre Kunst kennt keine Kopie."

Versöhnlich geht es weiter: "Was wir aber können ist Sprechen und Diskutieren – zum Beispiel über das bessere Essen. Denn wir teilen Ihre Liebe zum Fleisch und zum Fleischerhandwerk zu 100 Prozent." Dhem lädt Korteweg dazu ein, sich in einem mittelständischen Fleischbetrieb umzuschauen - am besten zusammen mit Pressevertretern.

Damit beide Seiten möglichst lange etwas von der PR-trächtigen Kampagne haben.

Die große Mission des Holländers:

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Mit diesem Video bewarb sich The Vegetarian Butcher:

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Autor: Annette Mattgey

Seit 2000 im Verlag, ist Annette Mattgey (fast) nichts fremd aus der Marketing- und Online-Ecke. Für Markengeschichten, Kampagnen und Karriere-Themen hat sie ein besonderes Faible. Aus Bayern, obwohl sie "e bisi anners babbelt". 

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