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"Bild ist jetzt Glotze"
Verwirrung: Macht Laschet jetzt Werbung für Bild TV?

Die Bild am Sonntag veröffentlichte eine Anzeige für Bild TV mit Kanzlerkandidat Armin Laschet als unfreiwilligem Testimonial. Die Aktion war mit der CDU weder abgesprochen noch von ihr freigegeben.

Text: Anonymous User

30. August 2021

Laschet wurde mit seinem Zitat "Bild ist jetzt Glotze" zum unfreiwilligen Testimonial für den neuen Sender Bild TV.
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Eine ganzseitige Eigenwerbung für den neuen TV-Sender Bild mit einem Foto von Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat in den sozialen Medien für Wirbel gesorgt. Die Bild am Sonntag veröffentlichte die Anzeige am Wochenende mit dem Zitat "Bild ist jetzt Glotze" und der Erklärung zur Quelle des Zitats: "Ministerpräsident und Bundesvorsitzender der CDU Armin Laschet bei Bild im TV am 22.08.2021".

Diese Anzeige erschien am Tag des Kanzler-Triells in der Bild am Sonntag.

Viele Twitter-Nutzer fragten sich daraufhin, ob Laschet jetzt Werbung für den TV-Sender Bild mache.

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Die Anzeige war von Seiten der Union weder abgesprochen noch freigegeben

Ein CDU-Sprecher sagte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur: "Es gab von Bild am Sonntag weder eine Anfrage für das Motiv, noch ist die Werbeanzeige von der CDU freigegeben worden." Das verwendete Foto zeige Laschet bei seiner Rede beim Wahlparteitag im Januar 2021 in Berlin. "Es stammt nicht aus der Bild-TV-Sendung am 22. August.

Ein Bild-Sprecher bestätigte auf Anfrage: "Die Anzeige war nicht mit der CDU oder Herrn Laschet abgestimmt, das ist richtig." Es handele sich um eine Eigenanzeige in der Bild und Bild am Sonntag. Sie gehe auf einen Satz zurück, den Laschet bei Bild TV gesagt habe: "Bild ist jetzt Glotze". Der Satz werde in der Anzeige zitiert. Der neue TV-Sender Bild der gleichnamigen Boulevardmarke startete am 22. August. Am Abend des ersten Sendetags wurde auch Laschet befragt.

Haben nicht abgesprochene Werbeaktionen mit Kanzlerkandidaten eine gewisse Tradition?

Die Anzeige erinnert an eine Werbung von Sixt aus dem Jahre 2001. Das Unternehmen hatte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit braver Haarpracht und in einer Fotomontage mit zu Berge stehenden Haaren gezeigt. Der Büroleiter von CDU-Bundesgeschäftsführer Stefan Hennewig, Marian Bracht, nahm darauf am Sonntag auf Twitter-Bezug: "Unabgestimmte und nicht genehmigte Werbeanzeigen mit Kanzlerkandidaten der Union haben ja eine gewisse Tradition...".

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(dpa/rom)


Autor: W&V Redaktion

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