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Der Weg ins New Normal
W&V-Serie: Home oder Office, Galaxus?

Der E-Commerce-Anbieter legt viel Verantwortung in die Hände der Teams, auch bei der Regelung der Anwesenheit. Grundsätzlich sieht Galaxus einen Teamtag im Office vor sowie zwei Arbeitstage Homeoffice.

Text: W&V Redaktion

5. November 2020

Galaxus agiert von Hamburg aus.
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W&V fragt in seiner neuen Serie "Home oder Office?", welche Erfahrungen Unternehmen in den vergangenen Monaten gemacht haben und wie sie sich fürs New Normal rüsten.

Heute: Galaxus, der größte E-Commerce-Anbieter der Schweiz, ist seit gut zwei Jahren auch auf dem deutschen Markt vertreten. Die Deutschlandzentrale steht in Hamburg. Digitec Galaxus gehört zu 70 Prozent zum Schweizer Detailhandelskonzern Migros. 2018 lag der Umsatz bei mehr als einer Milliarde Franken. Die W&V-Fragen beantwortete Rebekka Fricke, Leader People & Organizational Development bei Digitec Galaxus.

Wie hat sich der Anteil der Mitarbeiter im Homeoffice seit Beginn der Coronakrise geändert?

Da die Gesundheit der Mitarbeitenden oberste Priorität hat, arbeiten unsere Kolleginnen und Kollegen seit Ausbruch des Virus, wenn immer möglich aus dem Homeoffice. Zum Glück hatten wir bereits vor Corona eine Arbeitskultur, die gut mit Veränderungen umgehen kann –  Wandel ist und bleibt Teil unseren agilen Mindsets. Außerdem liegt bei uns viel Entscheidungskompetenz direkt in den Teams, genau dieser Ansatz machte die flexible Anpassung von Arbeitsprozessen und Organisation während der Krise möglich.

Wann planen Sie eine Rückkehr in die Büros? In welchem Umfang?

Die Rückkehr in die Büros verläuft fließend und ist natürlich in erster Linie von der Pandemieentwicklung abhängig. Klar ist, die Gesundheit unseres Teams hat oberste Priorität. Und auch die individuellen Lebensumstände spielen dabei eine wichtige Rolle.

Verändern Sie jetzt die bisherigen Vereinbarungen zum Thema Homeoffice?

Wir haben bereits eine neue Homeoffice-Philosophie ausgerollt und diese explizit als Experiment deklariert. Nun gilt es genau hinzuschauen, wie sich das Homeoffice auf Dauer bewährt. Die Grundsätze unserer Philosophie lauten wie folgt:

  1. Wir sehen Homeoffice im Grundsatz als gleichwertige Arbeitsform. Wir denken aber, dass es wichtig ist, sich dennoch regelmäßig vor Ort zu treffen.
  2. Sofern es die Funktion sowie die aktuellen Aufgaben zulassen, garantieren wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zwei Tage Homeoffice pro Woche.
  3. Für den regelmäßigen Austausch vor Ort sehen wir einen gemeinsamen Teamtag pro Woche vor.
  4. Die Anzahl möglicher Homeoffice-Tage legt das Team fest. Falls nötig und sinnvoll, kann die Führungskraft die Team-Regelung flexibel anpassen.
  5. Abweichende individuelle Lösungen brauchen das Einverständnis des Abteilungsleiters.

Es entspricht nicht unserer Unternehmenskultur, für jede mögliche Kombination, Situation oder jeden Einzelfall einen Prozess oder eine starre Regelung festzuschreiben. Deshalb bleiben wir auch in Bezug auf das Homeoffice unseren Grundsätzen treu: Flexibilität, Teamfähigkeit und Kooperation sind das A und O. Wenn es die Situation erfordert, dann sollen sämtliche Beteiligte ohne Vorbehalte physisch an einem Termin in unseren Büros teilnehmen – selbstverständlich in Einklang mit den gültigen Hygiene- und Verhaltensregeln. 

Wie sind Ihre Mitarbeiter fürs Homeoffice technisch gerüstet und müssen Sie da evtl. nachjustieren?

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind unabhängig vom Arbeitsort bereits mit einem persönlichen Laptop ausgestattet. Alle Systeme und Daten sind per Web-Services oder über die Cloud von überall her zugänglich – verschiedene Kollaborationstools sind seit Jahren täglich im Einsatz.

Zusätzlich können sie aktuell beispielsweise Monitore, Dockingstationen und Ähnliches vom Unternehmen ausleihen. Drucker brauchen wir wenig. Sogar HR- und Spesenprozesse sind bei uns im Unternehmen bereits papierlos möglich. Des Weiteren diskutieren wir momentan individuelle Angebote, um effektives und gesundes Arbeiten im Homeoffice für alle möglich zu machen. Dazu gehören zum Beispiel das Bereitstellen von Bürostühlen oder Bildschirmen.

Welche Zwischenbilanz ziehen Sie beim Thema Homeoffice für Ihr Unternehmen? Wo hat es gut geklappt, wo lagen Schwierigkeiten?

Obwohl wir schon vor Corona eine sehr flexible Arbeitskultur gelebt haben, die gut mit Veränderungen umgehen kann, waren wir überrascht, wie gut das Homeoffice funktioniert. In unserem Startup ist die intensive Zusammenarbeit und der Teamgeist wichtiger Bestandteil der Arbeitskultur und gehörte schon vor der Pandemie zum Tagesgeschäft. Wir waren etwas skeptisch, ob wir im Homeoffice nicht an Dynamik und Agilität verlieren würden. Die Teams haben uns aber bewiesen, dass es funktioniert. Mehr wird uns das Homeoffice-Experiment über die Zeit zeigen. Was wir aber sagen können, ist, dass wir dank des extensiven Homeoffice während des Lockdowns jede Menge dazugelernt haben und das kollaborative Arbeiten laufend verbessern.

An welchen Stellen sehen Sie Verbesserungspotenzial?

Lassen Sie uns das Homeoffice-Experiment einige Monate testen, danach können wir auch konkrete Verbesserungsvorschläge nennen. Als junges Startup sehen wir immer und überall Verbesserungspotenzial. Dies wird auch in Bezug auf das Homeoffice der Fall sein. 

Was heißt das für Ihr Gebäudemanagement? Brauchen Sie mehr/weniger Raum? Oder anders gestaltete Flächen?

Es ist völlig klar, dass mehr Homeoffice langfristig auch beträchtlichen Einfluss auf die Entwicklung der Gebäudeflächen sowie die Bürogestaltung haben wird. Wie diese neue Normalität aussehen wird, dazu konnte unsere Kristallkugel noch keine befriedigenden Zukunftsbilder liefern.

Welche Initiativen zur psychischen Gesundheit oder zur Beratung in schwierigen Lebenssituationen bieten Sie an?

Ein Team an Organisationsentwicklern und HR-Spezialisten kümmert sich um die betriebliche Gesundheitsförderung – also die Beratung von Kolleginnen und Kollegen, die mit körperlichen oder seelischen Problemen zu kämpfen haben. Das Angebot wird seit Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und die Beratung eng mit öffentlichen und privaten Institutionen koordiniert.

Die neue W&V-Serie: Home oder Office? Hier sehen Sie alle bisher erschienen Teile:

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Autor: Annette Mattgey

Seit 2000 im Verlag, ist Annette Mattgey (fast) nichts fremd aus der Marketing- und Online-Ecke. Für Markengeschichten, Kampagnen und Karriere-Themen hat sie ein besonderes Faible. Aus Bayern, obwohl sie "e bisi anners babbelt". 

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