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Studie
Das Auto rüstet im Audiobereich weiter auf

Autos sind mittlerweile rollende Entertainment-Zentralen. Was sie in Sachen Audio bieten und was sich der Verbraucher wirklich wünscht, hat eine Studie von Vaunet und der LfM untersucht.

Text: W&V Redaktion

30. August 2021

Audionutzung im Auto wird immer vielfältiger.
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Die Zeiten des klassischen Auto-Radios sind längst vorbei. Das Automobil wird zunehmend zur Entertainment-Zentrale mit einer Fülle verschiedener Möglichkeiten - gerade auch im Audio-Bereich. Neben den linearen Angeboten über UKW, DAB+ und IP-Streaming lassen sich über die Cockpits der neuen Fahrzeuggenerationen mittlerweile auch non-lineare Abruf-, Podcast- oder Musikstreaming-Angebote nutzen – zum Teil über herstellereigene Systeme, vor allem aber über die Vernetzung mit dem Smartphone, die in allen neueren Fahrzeugen mittlerweile Standard ist.

Wie dieses komplexe Angebot von den Menschen genutzt wird, hat die jetzt veröffentlichte Studie "Switch On: InCar-Audiosysteme" des Verbands Vaunet und der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) untersucht. Die wichtigsten Resultate: In allen untersuchten Fahrzeugmodellen ist Radio im Infotainmentsystem fest integriert. Ein UKW-Empfang ist in allen Fahrzeugen möglich. 87,5 Prozent der analysierten Infotainmentsysteme verfügen zudem über DAB+; rund 50 Prozent über ein fest integriertes Internet-Radio, das IP-Streams auch ohne Smartphone-Koppelung ermöglicht.

Alle Modelle bieten darüber hinaus die Möglichkeit, ein Smartphone mit dem Infotainmentsystem zu koppeln. Die verbreitetste Koppelungslösung ist Apple CarPlay (91,7 Prozent), gefolgt von Android Auto (79,2 Prozent) und MirrorLink (25,0 Prozent). In rund einem Drittel der Systeme sind bereits Musikstreaming-Dienste integriert. Spitzenreiter ist Spotify vor Napster und Amazon Music. Als Alternative zum markeneigenen Sprachassistenten warten rund ein Drittel der untersuchten Fahrzeugmodelle mit Amazon Alexa auf und 12,5 Prozent mit Google Home.

"InCar-Audiosysteme machen Autos zu mobilen Info- und Entertainmentzentralen und sind ein wichtiges Entscheidungskriterium beim Autokauf geworden", sagt Marco Maier, Vorsitzender des Fachbereichs Radio und Audiodienste Vaunet und Geschäftsführer von Radio / Tele FFH. Gerade die sichere und einfache Bedienbarkeit und das schnelle Auffinden der relevanten Radio- und Audioprogramme hätten einen hohen Stellenwert für die Kunden. Sein Fazit: "Kooperationen zwischen Radio- und Automobilbranche helfen, die Systeme noch stärker auf die Nutzerbedürfnisse auszurichten und das Audioerlebnis im Auto zu perfektionieren."

Die klassische Einschalttaste bleibt

Die Analyse der verbauten Infotainmentsysteme zeigt außerdem, dass neun von zehn Fahrzeugmodellen eine eigene Menü-Kachel bieten, um darüber Radio- und Medieninhalte direkt anzusteuern. Darüber hinaus verfügen 45,8 Prozent der analysierten Fahrzeuge über eine physische Taste in der Mittelkonsole zur direkten Ansteuerung von Radio- und Medieninhalten. Über diese Menüpunkte und Tasten werden neben den linearen Radioprogrammen auch Radio- und Audio-On-Demand-Angebote zugänglich gemacht. Die Nutzungsoptionen in den Fahrzeugen werden damit vielfältiger, aber auch komplexer und teilweise unübersichtlicher für die Nutzer.

Alle untersuchten Fahrzeuge haben mindestens ein Display, das auch zur Darstellung von Radio- und Audioinhalten dient. Metadaten von Radio- und Audioinhalten (Sendernamen/-logos, Artist-Cover, Titel, Genre etc.) sind somit unverzichtbar für die richtige Darstellung und Sortierung von Audioinhalten.

Für den Studienteil "Switch On: InCar-Audiosysteme" wurden die Infotainmentsysteme in 24 Fahrzeugmodellen von 18 Automobilherstellern der Baujahre 2018 bis 2021 untersucht und dokumentiert: Von Bildschirmgrößen, Steuerungsarten, Radio- & Audio-Zugangswege über integrierte Plattformen und Aggregatoren sowie die Möglichkeiten zur Smartphone-Koppelung bis hin zum Zukunftsthema Auffindbarkeit von Radio, Audio und Plattformen. Umgesetzt wurde die Studie von der MHP Management- und IT-Beratung GmbH mit Unterstützung der Screens GmbH Stuttgart.

Erkenntnisse aus der Automobilbranche folgen

Für die zweite von VaunetT betreute Teilstudie "Fast Forward: Zukunft InCar-Audio" führt der Verband derzeit Interviews mit Expert:innen aus Radio/Audio- und Automobilindustrie durch. Der Schwerpunkt liegt auf Strategien, technologischen Entwicklungen und der Nutzung von Daten – etwa Fahrzeug-, Nutzungs- und Metadaten – sowie Kooperationen zwischen der Radio- und Automobilbranche. Die Ergebnisse werden im weiteren Jahresverlauf veröffentlicht.

Beide Vaunet-Analyen sind Teil der Gesamtstudie "On Track – Studien zu Audio und Mobilität", die 2020 aus dem Branchendialog zum Thema Audio im Auto auf Initiative des Journalismus Lab hervorgegangen ist. Das Forschungsprojekt wird von der Landesanstalt für Medien NRW in Kooperation mit Vaunet , RTL Radio Deutschland und dem MedienNetzwerk Bayern durchgeführt. Zudem wird das Projekt inhaltlich von der Radio NRW GmbH und den Ford-Werken unterstützt.


Autor: Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde

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