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Influencer
"Luxus, Lifestyle und Fast Fashion verlieren an Bedeutung"

Nachhaltigkeit hält auch Einzug im Influencermarketing. Wie Marken das für sich nutzen können - und wer es erfolgreich vormacht, erklärt Katharina Frömsdorf von Studio71, Buzzbird & Seven.One AdFactory.

Text: W&V Redaktion

27. September 2022

Katharina Frömsdorf ist Geschäftsführerin von Studio71, Buzzbird & Seven.One AdFactory.
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Katharina Frömsdorf ist Geschäftsführerin von Studio71 und dem seit Sommer zugehörigen Buzzbird sowie Seven.One AdFactory. Im Influencermarketing beobachtet sie derzeit einen Wandel: hin zu mehr Bewusstsein für Nachhaltigkeit. 

Frau Frömsdorf, jeder spricht über das Klima - nur Influencer ermuntern fröhlich weiter zum Konsum und fliegen um die Welt. Oder ändert sich hier langsam was?

Gegen den Klimawandel und seine Folgen verlieren Themen wie Luxus, Lifestyle und Fast Fashion immer mehr an Bedeutung. Sie hinterlassen im Gegenteil bei vielen jungen Menschen einen inzwischen eher schalen Nachgeschmack. Sie wünschen sich – und das zeigt auch der Erfolg und der Zuspruch für Influencer:innen, die in ihren Posts Nachhaltigkeit und ressourcenschonende Lebensstile zeigen – Haltung. Ohne ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu haben, gelingt es vielen Influencer.innen oft nicht mehr, sich eine Stimme zu verschaffen – nicht zuletzt, weil uns momentan flächendeckend die Folgen der Energiekrise beeinträchtigen. Im Alltag und beim Blick aufs Konto. Spätestens jetzt ist der Satz ‚Das geht uns alle an‘ von der bloßen Rhetorik zur bitteren Realität geworden. Und das schlägt sich selbstverständlich auch im Diskurs auf sozialen Plattformen nieder.

Wie sieht dieser Wandel in der Praxis aus, und wie können Marken das für sich nutzen?

Ein Beispiel ist die Kooperation von Jonas Winkler mit dem biozertifizierten Grillkohle-Anbieter Nero. Winkler ist professioneller Tischlermeister, DIY- und Grill-Experte und setzt in seiner Arbeit auf nachhaltige und regionale Materialien. Für Nero war das ein perfektes Match. Denn bei dieser Kooperation decken sich Werte und Moralvorstellungen von Creator und Werbepartner optimal, was in einer sehr hohen „Sentiment Rate“ von 98,8 Prozent zum Ausdruck kommt. Diese Kennzahl erfasst die Stimmung, die ein Produkt, eine Marke oder Dienstleistung im Social Web auslöst. Das Erfolgsrezept ist die Authentizität. Auch das gemeinsame Projekt von Jean Pierre Kraemer (Channel: JP Performance) und Formel E-Rennfahrer und YouTuber Daniel Abt zeigt, wie Nachhaltigkeit im Influencermarketing aussehen kann: Die beiden testeten für EnBW die mobility+ App und zeigten auf, wie unkompliziert E-Mobilität geworden ist. Und wieviel Spaß elektrisches Fahren sogar eingefleischten Verbrenner-Fans wie „JP“ bereitet. Die Kampagne generierte 755.000 organische Views auf YouTube. Vor dem Hintergrund der aktuellen Energiekrise würden wir diese Kampagnenidee heute anders aufsetzen, aber sie zeigt sehr gut, wie man auch mit dem Thema Nachhaltigkeit umgehen kann.

Worauf müssen Marken achten?

Glaubwürdigkeit, Authentizität, Relevanz und passende Partner – und ja: natürlich auch ein gewisser Unterhaltungswert – sind die wichtigsten Kriterien für den Erfolg. Da die Menschheit die Klimakrise leider nicht so schnell lösen wird, bleibt uns das Thema nicht nur erhalten – es wird weiter an Bedeutung gewinnen. Damit wächst auch das Potenzial für Influencer:innen, deren Entwicklung hin zu „Sinnfluencer:innen“ ich persönlich sehr erfreulich finde. Stets vorausgesetzt, Künstler:innen und Marken haben eine authentische und ausreichend große Schnittmenge. Dann steht der Verknüpfung von Haltungs- und Umweltthemen mit dem Geschäftsmodell von Influencer:innen nichts im Wege.


Autor: Julia Gundelach

Julia Gundelach ist freie Autorin mit Schwerpunkt Specials. Daher schreibt sie Woche für Woche über neue spannende Marketing- und Medien-Themen. Dem Verlag W&V ist sie schon lange treu – nämlich seit ihrem Praktikum bei media & marketing in 2002, später als Redakteurin der W&V.

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