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Spanien
Wird DOOH zum Kollateralschaden des Ukrainekriegs?

Ab 22 Uhr wird es in Spaniens Innenstädten dunkel. Eine erste Maßnahme, um Energie zu sparen. Das betrifft auch digitale Displays. Düstere Aussichten für eine boomende Branche.

Text: W&V Redaktion

9. August 2022

Wenn ab 22 Uhr Strom im öffentlichen Raum gespart wird, könnte das auch die Außenwerbung betreffen.
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Die spanische Regierung ist vorgeprescht: Sie hat als eines der ersten EU-Länder auf den Krieg in der Ukraine und die erwartete Energieknappheit reagiert. Hintergrund ist der EU-Notfallplan, der seit heute gilt und die Mitgliedsstaaten dazu auffordert, ihren Gasbedarf um 15 Prozent zu senken verglichen mit dem Durchschnittsverbrauch der vergangenen fünf Jahre.

Ab sofort gibt es in Spanien Vorgaben, wie kalt die Klimaanlagen (nicht unter 27 Grad) und wie warm die Heizungen (nicht mehr als 19 Grad) eingestellt sein dürfen. Das betrifft unter anderem Kaufhäuser, Flughäfen, Kinos, Hotels und öffentliche Gebäude. Sie müssen auch ihre automatischen Türen geschlossen halten, damit keine Wärme entweicht. Insgesamt will die spanische Regierung so um die sieben Prozent Energie einsparen.

Eine Bestimmung hat Konsequenzen für die Werbebranche, insbesondere die Digital-Out-of-Home-Anbieter: Schaufenster und Aushänge von Geschäften und Behörden müssen ab 22 Uhr dunkel bleiben. Das betrifft nicht nur die klassische Schaufensterbeleuchtung, sondern auch LED-Displays und Digital-Signage-Screens. Zum Abschalten bleibt nicht viel Zeit: binnen einer Woche muss es umgesetzt werden. Und das Gesetz gilt bis November 2023.

Ob von der Neuregelung auch digitale Außenwerbung im öffentlichen Raum betroffen ist, ist noch unklar, erscheint Branchenexperten aber wahrscheinlich. Und das gerade in einer Zeit, in der die Aussichten mehr als rosig sind. Nielsen erwartet für 2022 ein Rekordjahr für die Außenwerbung. Dazu tragen vor allem auch die digitalen Buchungsmöglichkeiten bei. 

Florian Rotberg vom Fachmagazin Invidis vermutet, dass auch andere Länder wie Deutschland und Frankreich nachziehen. Da hierzulande allerdings die Läden größtenteils um 20 Uhr schließen, dürften die Auswirkungen zu verkraften sein, solange es nur um die Schaufensterbeleuchtung geht.


Autor: Annette Mattgey

Seit 2000 im Verlag, ist Annette Mattgey (fast) nichts fremd aus der Marketing- und Online-Ecke. Für Markengeschichten, Kampagnen und Karriere-Themen hat sie ein besonderes Faible. Aus Bayern, obwohl sie "e bisi anners babbelt". 

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