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TechTäglich
Alter! Alexa für deutsche Rentner optimiert

Immer am Vormittag die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit Alexa für Rentner und Rentnerinnen und den Technik-Geheimtipps 2022 zum Fest.

Text: W&V Redaktion

25. November 2022

"Alexa, wirf mal einen Blick auf meine Nachbarn hier im Seniorenheim."
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Amazon hat gerade die größte Kündigungswelle seiner Firmengeschichte eingeläutet. 10.000 Angestellte sollen ihren Job verlieren, unter anderem weil die Smart-Home-Geräte und Alexa seit Jahren hohe Verluste einfahren. Allein im ersten Quartal 2022 soll die Sparte 3 Milliarden US-Dollar Minus eingefahren haben. Bis Ende des Jahres rechnen die Amazon-Verantwortlichen sogar mit 10 Milliarden US-Dollar Miesen.

Da Amazon mit Peter Zwegat sicher nicht "Raus aus den Schulden" kommt, haben die Entwickler jetzt die Idee für eine neue Einnahmequelle entdeckt. Alter! Alexa wird für deutsche Rentner und Rentnerinnen optimiert: Der Konzern bringt "Alexa Smart Properties for Senior Living" nach Tests in Großbritannien und Frankreich nun auch auf den deutschen (Senioren-) Markt. Dahinter steckt der Plan, Echo-Geräte verstärkt in Seniorenheimen unterzubringen. Das Unternehmen kooperiert mit Pflege- und Betreuungseinrichtungen und passt die Geräte auf die ältere Generation an: "Wir glauben, dass die intuitive, sprachgesteuerte Nutzung von Alexa älteren Menschen in vielen Situationen innerhalb und außerhalb des Hauses helfen kann. Wir freuen uns, Pflegeheimen und Senioreneinrichtungen eine neue Möglichkeit zu bieten, ihr Personal zu unterstützen und gleichzeitig eine individuelle Betreuung der Bewohner:innen zu gewährleisten. Die positiven Erfahrungen der ersten Kund:innen bestätigen uns dabei."

Winke winke von Family and Friends – über den Alexa-Bildschirm klappt's.

 

Der Renter-Echo wird über Termine in der Einrichtung informieren, den Kontakt zu Freunden und Familie per Videochat oder Telefon ermöglichen, aber auch für Durchsagen genutzt, wenn das Mittagessen auf dem Tisch steht. Klingt erst mal nach kaltem Kaffee, denn so kaufkräftig werden gerade ältere gebrechlichere Menschen nicht mehr sein, dass sie Amazon aus den Alexa-Schulden holen. Andererseits ermöglichen die Echos eine schnellere Kommunikation zwischen Pfleger und Heimbewohner, denn die Geräte sollen von einem zentralen Admin verwaltet werden. Das sorgt auch für mehr Sicherheit bei kranken Menschen, die sehr leicht mit der Heimleitung kommunizieren können. Den Datenschutz will Amazon ebenfalls beachten: "Für die Nutzung des Geräts werden keine persönlichen Daten an Alexa weitergegeben, und Sprachaufzeichnungen werden nicht gespeichert." Der Konzern verspricht "einen mehrschichtigen Datenschutz". Das Aktivierungswort können Oma und Opa mit einem One-Click auf die Mikro-Taste deaktivieren.   

Wer ein Seniorenheim betreibt, kann direkt bei Amazon ordern. In Deutschland wird die Premiere übrigens im Heinrich-Haus Seniorenzentrum (betrieben von der Josefs-Gesellschaft) im rheinland-pfälzischen Neuwied gefeiert. Danach sollen weitere Einrichtungen hinzukommen, in denen Alexa altert…

Das sind die Themen in TechTäglich am 25.11.2022:

Alter! Alexa für deutsche Rentner optimiert

So viel Arbeitszeit raubt lahmes Internet pro Jahr

Star Wars: Seagate wechselt auf dunkle Seite der Macht

Technik-Geheimtipps 2022: Das Beste zum Fest

Brasilien stoppt iPhone-Verkäufe


Autor: Michael Gronau

ist Autor bei W&V. Der studierte Germanist interessiert sich besonders für die großen Tech-Firmen Apple, Google, Amazon, Samsung und Facebook. Er reist oft in die USA, nimmt regelmäßig an Keynotes und Events teil, beobachtet aber auch täglich die Berliner Start-up-Szene und ist unser Gadget- und App-Spezialist. Zur Entspannung hört er Musik von Steely Dan und schaut Fußballspiele seines Heimatvereins Wuppertaler SV.

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