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TechTäglich
Apple: Kommt jetzt der Abschied aus China?

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit Forderungen nach einem Apple-Strategiewechsel und mit Retro-Emojis von Google.

Text: W&V Redaktion

2. Mai 2022

Die Apple-Montage bei Foxconn in Shenzhen könnte bald an Bedeutung verlieren.
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Apple: Kommt jetzt der Abschied aus China?

Apple beteuert zwar gerne, dass seine Abhängigkeit von China geringer sei, als von vielen gedacht. Die Realität sieht aber anders aus. Bloomberg-Experte Mark Gurman warnt in seinem neuesten PowerOn-Newsletter: "Apple ist in hohem Maße von der Produktion in China abhängig. Und diese Beziehung hat dem Unternehmen, den Investoren und den Verbrauchern schon während der Pandemie Kopfzerbrechen bereitet." Letzte Woche hat Apple bei der Bekanntgabe seiner ansonsten erstklassigen Q2-Zahlen eingestanden, dass die neuesten Lockdowns in China und Teilemangel seinen Umsatz im dritten Quartal um bis zu acht Milliarden Dollar reduzieren werden. Das, so Gurman, entspricht einem kompletten Quartal an iPad-Verkäufen. Der weltweit wohl renommierteste Apple-Beobachter fordert deshalb, dass der US-Konzern seine Abhängigkeit von der Produktion in China zumindest deutlich verringern sollte.

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Nur eine Million iPhones aus Indien

Apple lässt mittlerweile zwar auch in Indien, Thailand, Brasilien oder sogar zuhause in den USA produzieren. Aber mit dem iPhone, dem iPad und der Watch werden die wichtigsten Produkte und Umsatzbringer immer noch vor allem in China montiert. Deshalb steht auf den Geräten und Verpackungen in aller Regel auch "Designed by Apple in California. Assembled in China". Von den rund 60 Millionen iPhones, die Apple im ersten Quartal 2022 verkauft hat, stammte nur rund eine Million aus indischer Herstellung. Nachdem es auch schon vor Corona zu Engpässen bei der Produktion in China gekommen ist, fordert Experte Gurman, dass sich Apple nicht nur mit seinen M1-Chips unabhängiger aufstellen sollte, sondern auch bei der Produktion seiner Geräte: "Mit einem Bargeldvorrat von fast 200 Milliarden Dollar und scheinbar unbegrenzten Gewinnen sollte Apple vielleicht auch den Aufbau einer eigenen Lieferkette für die Montage erkunden."

Das sind die Themen von TechTäglich am 2. Mai 2022:


Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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