Anzeige

"Kein Ladegerät in der Packung"
Brasilien stoppt iPhone-Verkäufe

Die Weihnachtszeit ist traditionell das stärkste Verkaufsquartal bei Apple. In Brasilien ziehen die Verbraucherschützer aber jetzt die Zügel an und lassen iPhones aus Regalen entfernen. Ihnen fehlt in der Packung ein wichtiges Zubehörteil.

Text: W&V Redaktion

25. November 2022

Die Ampel steht in Brasilia auf Rot für iPhone-Verkäufe.
Anzeige

In Deutschland kümmert es keinen Verbraucherschützer, ob in der iPhone-Verpackung ein Netzteil liegt. User, die hierzulande ein iPhone kaufen, zahlen für das Ladeteil extra. In Brasilien sieht das ganz anders aus. Dort tobt der Streit ums Netzteil sogar vor Gericht. Das brasilianische Justizministerium hat jetzt keine Geduld mehr und ein Gerichtsurteil mit Brisanz vollstreckt. Weil Apple laut Verbraucherschutzbehörde "Verbrauchern schadet", wird nun hart durchgegriffen: Weil Apple selbst Millionenstrafen ignoriert hat, entfernen die Justizbehörden jetzt iPhones aus Einzelhandelsgeschäften. Die erste Aktion der Behörden lief aktuell in der Hauptstadt Brasiliens, in Brasilia.

"Hunderte von iPhones in verschiedenen Einzelhandelsgeschäften in Brasilia" sind betroffen. Die Behörden nennen die Operation "Discharge". Damit will man Apple zwingen, endlich lokale Gesetze einzuhalten und ein Ladegerät in die Packung zu legen.

In Brasilien könnte Apple das Weihnachtsgeschäft vermiest werden.

iPhones wurden in Stores von Providern und autorisierten Apple-Händlern beschlagnahmt. Apple zeigt sich weiterhin nicht einsichtig und forderte das Ende der Beschlagnahmung von Geräten. Das Gericht möge das Einziehen von iPhones aus Geschäften aussetzen. Erst müsse das Problem endgültig in letzter Instanz bei Gericht geklärt werden. Apple erklärte außerdem, man werde, wo es gehe, weiterhin iPhones in Brasilien zum Verkauf anbieten. Der Konzern hofft dabei offenbar stark auf den zuständigen Richter, der sich vorstellen kann, dass Apple am Ende Recht bekommt. Die Verbraucherschutzbehörde missbrauche ihre Macht, befand der Richter. Auch deshalb gibt sich Apple optimistisch, dass die Beschlagnahmung von Geräten bald endet. Ansonsten wären die Aktionen der Verbraucherschutzbehörden ein Schlag ins Kontor im Weihnachtsgeschäft. Apple hat in China ohnehin mit Produktionsengpässen und Mitarbeiter-Streiks aufgrund des rigorosen Lockdowns zu kämpfen. Da kommt die Aktion der Verbraucherschützer in Brasilien gerade zur Unzeit.

Das sind die Themen in TechTäglich am 25.11.2022:

Alter! Alexa für deutsche Rentner optimiert

So viel Arbeitszeit raubt lahmes Internet pro Jahr

Star Wars: Seagate wechselt auf dunkle Seite der Macht

Technik-Geheimtipps 2022: Das Beste zum Fest

Brasilien stoppt iPhone-Verkäufe


Autor: Michael Gronau

ist Autor bei W&V. Der studierte Germanist interessiert sich besonders für die großen Tech-Firmen Apple, Google, Amazon, Samsung und Facebook. Er reist oft in die USA, nimmt regelmäßig an Keynotes und Events teil, beobachtet aber auch täglich die Berliner Start-up-Szene und ist unser Gadget- und App-Spezialist. Zur Entspannung hört er Musik von Steely Dan und schaut Fußballspiele seines Heimatvereins Wuppertaler SV.

Anzeige