Anzeige

TechTäglich
Der russische Spion, der mich anpushte?

Russland-Spionage über Push in Apps – ist das in Deutschland möglich? Seltsame Vorgänge um eine US-Firma mit möglicherweise russischen Wurzeln sorgen für Aufregung in der Entwickler-Branche.

Text: W&V Redaktion

21. November 2022

Spionage-Gefahr aus Russland über Push-Mitteilungen in Apps?
Anzeige

Der Spion, der mich liebte – klar, ein Film aus der James-Bond-Reihe. Ist die Wirklichkeit noch perfider? Der Spion, der mich anpushte?

Der Dienst Pushwoosh wird auch von deutschen App-Entwicklern gern und häufig genutzt. Damit werden nicht nur App-Nutzungsdaten analysiert, sondern auch jene Pushes zugestellt, die via Apps Überschriften oder kleine Schlagzeilen auf Smartphones, Tablets und Macs bringen.

Laut Reuters hat das Unternehmen, das auf seiner Website eine US-Adresse anzeigt, dubiose Kontakte nach Russland. Auch dort soll es eine Filiale geben. 

Mit diesem Logo zeigt sich die Firma Pushwoosh im Netz.

Gibt es Verbindungen zur russischen Regierung? Das wäre ein schwerwiegendes Problem, weil Daten vieler deutscher Firmen und sogar US-Regierungsbehörden und der US-Armee mittels Pushwood verarbeitet werden. Genannt werden unter anderem die UEFA, Unilever, aber auch deutsche Anwaltskanzleien.

Pushwoosh dementierte eilig im hauseigenen Blog. Seit Februar sei man nicht mehr in Russland aktiv, Beweise dafür gibt es bisher aber laut Reuters nicht. Fraglich sei, ob russische Geheimdienste nicht an die Daten gelangen könnten. Pushwoosh widerspricht: Daten würden nur in Deutschland und den USA verarbeitet, heißt es weiter. Pushwoosh-Geschäftsführer Max Konev legt Wert darauf, er sei mit Stolz russischer Staatsbürger.

Seltsam: Pushwoosh arbeitet laut Reuters mit Adressen, die gar nicht existieren, und zeigt Fotos von Mitarbeitern auf LinkedIn. Die Personen existieren real allerdings nicht. Mysteriös ist auch der Verweis auf eine angebliche Managerin, die auf der Website gezeigt wird. Diese arbeitet aber gar nicht bei Pushwoosh. Sie ist Tanzlehrerin in Österreich. Ihr Foto sei in Moskau entstanden. Wie es auf die Pushwoosh-Management-Seite kam, konnte sie sich gegenüber Reuters nicht erklären.

Das sind die Themen in TechTäglich am 21.11.2022:

Twitter: Peinliche Porno-Sperre

Der russische Spion, der mich anpushte?

Wir haben da mal ne (Um-)Frage, WhatsApp!

Black Friday: Auf die Plätze, fertig, Schnäppchen

Weihnachtsspot 2022 da: Apple ändert Werbestrategie


Autor: Michael Gronau

ist Autor bei W&V. Der studierte Germanist interessiert sich besonders für die großen Tech-Firmen Apple, Google, Amazon, Samsung und Facebook. Er reist oft in die USA, nimmt regelmäßig an Keynotes und Events teil, beobachtet aber auch täglich die Berliner Start-up-Szene und ist unser Gadget- und App-Spezialist. Zur Entspannung hört er Musik von Steely Dan und schaut Fußballspiele seines Heimatvereins Wuppertaler SV.

Anzeige