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Dmexco-Motto #weprogresstogether
Dmexco-Umfrage: Welchen Fortschritt wollen wir?

In diesem Jahr steht die Dmexco unter dem Motto #weprogresstogether. In welchen Feldern kann die Digitech-Branche zum Fortschritt beitragen? W&V hat sich in der Branche umgehört.

Text: W&V Redaktion

12. September 2022

Hanna Oberrenner, Director Strategy, Zeichen & Wunder
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2022 geht es einmal mehr darum, nach vorne zu schauen. Wir nehmen das Dmexco Motto #WeProgressTogether zum Anlass und haben Digital-Expert:innen gefragt: Wie sieht Fortschritt nach der Pandemie aus? Bei welchen digitalen Trends bestehen echte Wachstums-Potenziale?

Echte Beziehungen stärken und mit digitalen Tools vor die Bugwelle kommen

Fortschritt gibt es interessanterweise ja oft gerade nach Zäsuren und Krisen. Ich denke, dass wir jetzt die Chance haben, viele Dinge, über die wir schon lange sprechen, auch in die Tat umzusetzen. Dafür nutzen wir mit vielen unseren Auftraggebern das Momentum der Veränderung: Verstärkt setzten wir auf kollaborative Tools zur Projektsteuerung, für den kreativen Gestaltungsprozess und zur inhaltlichen Diskussion und etablieren so zukunftsgerichtete Formen der Zusammenarbeit. Auf diese Weise kommen wir nach den zähen Corona-Jahren gemeinsam mit unseren Kunden wieder vor die Bugwelle, haben das Steuer in der Hand, agieren statt reagieren und wirken dem Gefühl der Getriebenheit entgegen. Damit digitalen Tools jedoch ihre volle Kraft entfalten, sollte mit der Digitalisierung der Prozesse auch die Stärkung der echten Beziehungen einhergehen. Und zwar zwischen Auftraggebern und Agentur genauso wie intern im Team – davon sind wir bei Zeichen & Wunder überzeugt.

Hanna Oberrenner, Director Strategy, Zeichen & Wunder

Wir brauchen dringend mehr Menschlichkeit für unser zunehmend digitales Leben

Laura Schwartz

In diesem Jahr haben Unternehmen es sowohl mit der immer noch anhaltenden Pandemie als auch mit einer sich stark verändernden Technologielandschaft zu kämpfen, die dem Datenschutz und dem Kundenerlebnis hohe Priorität einräumt. Hinzu kommen Sorgen um Lieferketten-Engpässe und die Inflation. Angesichts dieser Entwicklungen – und der immer stärker ausgeprägten Vorliebe für alles, was mit Mobilität zu tun hat – verlassen sich Kund:innen und Unternehmen mehr denn je auf Apps. Viele Marken wissen, dass sie in erster Linie über das Kundenerlebnis konkurrieren und machen ihre App zum wertvollsten Markenwert. Gleichzeitig haben Verbraucher:innen mehr Kontrolle über ihre Interaktionen mit Marken und können ihre persönlichen Service-Wünsche weitergeben oder unerwünschte Nachrichten einfach abschalten.

Unternehmen haben jetzt die große Chance, die Relevanz und Wirksamkeit ihrer Kommunikation zu steigern, indem sie Kund:innen die Möglichkeit geben, die Interaktion zu steuern. Erste Schritte hin zu einer freundlicheren, sichereren und einfühlsameren Interaktion sind zweifellos eine gute Sache. Denn sie bringen dringend benötigte Menschlichkeit in unser zunehmend digitales Leben.

Laura Schwarz, Director of Sales EMEA, Airship

Abonnements – Der Anker der App-Industrie

Ben Jeger

Nach der Pandemie bieten sich zwar neue Chancen, Marken wiederzubeleben, gleichzeitig steigt aber auch der Wettbewerbsdruck bei sinkenden Budgets. Es ist kein Geheimnis, dass das Neukundengeschäft kraft-, zeit- und kostenintensiv ist. Der Fokus auf einen aktiven Kundinnen- und Kundenstamm und dessen Loyalität kann Unternehmen hier retten. Für App-Betreiber:innen haben sich Abonnements als regelmäßige, planbare Umsatzquelle durchgesetzt. Sie machen heute schon 82 Prozent der Umsätze der Nicht-Gaming-Apps aus, wie der AppsFlyer Subscription Report aufgedeckt hat.

Aber Engagement und Loyalität der Kundinnen und Kunden entstehen nicht von Zauberhand. Gerade App-Betreiber:innen haben nahezu endlose Möglichkeiten der Personalisierung der User Experience, die für die Aktivierung und Steigerung der Loyalität erfolgsentscheidend ist. Nutzer:innen erwarten heutzutage ein personalisiertes Erlebnis – doch dazu ist eine saubere Datenbasis unumgänglich.

Ben Jeger, Managing Director Central Europe, bei AppsFlyer

Datenqualität für die Nachhaltigkeit

Für uns bedeutet die Idee eines gemeinsamen Fortschritts, Digitalisierung nachhaltig zu denken, für einen verantwortungsvollen Umgang mit Daten für Kunden, die Umwelt und die begrenzten Ressourcen unseres Planeten. Qualität, Strategie und Präzision müssen an die Stelle von Quantität treten und Werkzeuge wie CDPs (Customer Data Platforms) sind sicher ein Mittel, um dieses Ziel zu erreichen.

Matthias Postel, CEO, bei iCompetence

Kreativität ist und bleibt wichtige Komponente

Viele Diskussionen in den letzten Monaten zeigen das spannende Potenzial für Marken auf, ihre Reichweite auf neue Umgebungen wie NFTs, das aufkeimende Metaverse und Web3 auszudehnen. Auch Kreativschaffende, Branding-Expert:innen und selbst die Schriftbranche können von dieser Entwicklung profitieren: Personalisierte Events, die NFT-Besitzer:innen vorbehalten sind, in Kombination mit physischen Samples – etwa ein Logo, ein Icon oder ein Gratis-Schrift-Paket, die an den digitalen Besitz gebunden sind, schaffen kreativere Wege, um Menschen eine völlig neue Experience zu bieten.

Auch wenn das Publikum im Metaverse nicht zu den traditionellen Kunden von Agenturen oder Power-User:innen von Schriften gehört, so haben sie doch den Wert von Kreativität verstanden. Die meisten sind von der Ausdruckskraft von den kreativen Inszenierungen in der virtuellen Welt einfach nur begeistert und sie verstehen sofort, warum ein einprägsames Schriftbild ein entscheidendes Element für eine funktionierende gemischte Realität darstellt. Es liegt also auf der Hand, dass Kreation, die im Metaverse begeistert, auch außerhalb davon gut ankommt – und umgekehrt.

Bernhard Prüger, Head of Global Field Marketing, Monotype DACH

Wir müssen uns über die Auswirkungen des Metaversums Gedanken machen

Dennis Dünnwald

Fakt ist, das Metaverse kommt und seine Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten. Auf welcher Art und Weise es sich etabliert, wird sich zeigen. Dabei ist es wichtig, dass wir uns Gedanken darüber machen, wie wir mit digitalen Identitäten umgehen. Welche Auswirkungen das Metaverse auf den Klimawandel haben kann und wie wir Emissionen aufgrund von hohen Energieverbräuchen reduzieren können. Und wir müssen uns Gedanken darüber machen, welche Einflüsse die Entwicklung auf unsere Gesellschaft haben könnte. Wir sollten politische Debatten führen, ökonomische und soziologische Einflüsse unter die Lupe nehmen und Potenziale erkennen, bevor wir sie zerreden. Das ist wichtig. Denn wir sind noch lange in Bewegung und Marken sowie jede:r einzelne kann mitentscheiden, welchen Einfluss der Grundgedanke des Metaverse auf die nächste Form des Internet und unser Leben hat.

Dennis Dünnwald, Executive Creative Director, Oddity

Nach den 3rd-Party-Cookies kommt es mehr denn je auf Attribution-Technologie an

Verena Mayer

Wer in Zukunft seine Zielgruppen erreichen will, muss tief in digitale und künftig verstärkt virtuelle Welten eintauchen. Davon sind wir fest überzeugt und haben daher nicht nur unser Online-Marketing-Team deutlich vergrößert, sondern in einen eigenen Technologiestandort investiert. Das macht es uns möglich, am Puls der rasanten Entwicklung zu bleiben und damit das digitale Potenzial unserer Kunden konsequent zu entfesseln. Und selbst weiter zu wachsen.

Beispielsweise das Attribution Modelling, das die Rolle einzelner Touchpoints und Kanäle für die Customer Journey analysiert:  In Zukunft werden wir dadurch mit unseren Maßnahmen maximale Aufmerksamkeit erzielen, weil wir die Effektivität messen und Querverbindungen zwischen einzelnen Kanälen herstellen können. Neue Wege entstehen ebenfalls durch das Aussterben der third party cookies:  Durch Anwendungen wie Fingerprinting, Advertising-IDs, Google Chromes FLoC-Technologie oder auch Login-Allianzen auf Single-Sign-on-Basis werden wir die Kaufentscheidung unserer Zielgruppen noch individueller beeinflussen – sowohl im B2B- als auch im B2C-Bereich. Der versierte Einsatz von Technologie, da sind wir gewiss, sichert Werbungtreibenden ihre ganz individuelle Heldenreise.

Verena Mayer, Co-Gründerin und Managing Director, Von Helden und Gestalten

Das Potenzial liegt in den veränderten Konsumbedürfnissen der Kunden

Peter Metz

Nach der Pandemie ist vor der nächsten Krise. Der Mensch ist im Dauer-Alarmmodus. Deshalb liegt für uns das größte Potenzial nicht in kurzfristigen digitalen Hypes. Sondern darin, Kunden in der aktuellen Situation und mit ihren veränderten (Konsum)Bedürfnissen zu verstehen und in den Mittelpunkt zu stellen. Großes Potenzial hat für uns außerdem alles, was es Marketing-Verantwortlichen und Agenturen möglich macht, ihre Zielgruppen möglichst effektiv und effizient zu erreichen. Deshalb sehen wir vor allem vier Themen als Wachstumstreiber. Erstens: Kampagnen, die konsequent am Sales Funnel ausgerichtet sind und auf ihre Performance hin optimiert werden. Zweitens: cleveres und hochwertiges Content-Marketing entlang der Customer Journey – inklusive SEO. Drittens: Kommunikation, die die immer wieder neuen technologischen Möglichkeiten der digitalen Kanäle kreativ interpretiert und für die Zielgruppen positiv und überraschend nutzt. Und viertens: Dienstleister, die noch nicht so digital-versierten Kund:innen das Agieren in der Online-Welt vereinfachen: in dem sie auf Augenhöhe sprechen, Komplexität reduzieren und klassische mit digitaler Vertriebsdenke verbinden.

Peter Metz, Geschäftsführer, Sassenbach Advertising

Influencer-Marketing: Messbarkeit hilft

Katharina Frömsdorf

Schöne neue Creator-Welt: Wer sein Produkt in der jungen Zielgruppe absatzstark promoten will, kommt an Influencer:innen nicht mehr vorbei. Influencer-Marketing gewinnt immer mehr an Relevanz und hat längst einen festen Platz in den Werbe-Budgets erobert. Dieser Markt wird weiterwachsen. Vor allem dann, wenn Werbetreibende aber auch Politik und Institutionen junge Menschen erreichen möchten. Die Player im Markt werden immer professioneller, Performance-getriebene Ansätze neben reinen Awareness-Kampagnen immer wichtiger. Warum? Sie sind datengetrieben. Und damit skalierbar. Einer der spannendsten Zukunftstrends aus diesem Feld sind für mich virtuelle Influencer:innen. Weil sie so viele Möglichkeiten bieten. Sie können für jede Marke maßgeschneidert zum Einsatz kommen – und auch für jede Zielgruppe. Ich wage zu behaupten: Im Influencer-Marketing des Metaverse werden virtuelle Influencer:innen eine gewichtige Rolle spielen -  und diesen relativ jungen Raum für Brands neu vermessen.

Katharina Frömsdorf, Geschäftsführerin Studio71 & Buzzbird, Seven.One Entertainment Group

Automatisierung bringt Werbung auf ein neues Level

Dirk Görtz

Ohne Zweifel, die Pandemie hat die Digitalisierung weiter kräftig vorangetrieben. Gleichzeitig ist das Bedürfnis der Konsument:innen nach individualisierter Ansprache mit maßgeschneiderten Inhalten gestiegen. Deshalb setzen immer mehr Werbetreibende auf Marketing Automation Systeme. Unternehmen haben die Daten, wir haben die passenden Lösungen, um diese zum Beispiel in hochindividualisierte Print-Mailings umzusetzen. Aus meiner Sicht ist Automatisierung nach wie vor einer der großen Trends der kommenden Jahre. Das betrifft die Kampagnen, die viel granularer an Zielgruppen ausgerichtet werden können. Und es betrifft auch klassische Medien, die dadurch im Kern verändert werden. Das Print-Mailing ist zum Beispiel längst ein digitales Medium geworden – mit Offline-Output.

Dirk Görtz, Vice President Produkt-Marketing & Kommunikation, Post & Paket Deutschland

Bewusster Konsum und Nachhaltigkeit bewegen Marken in Zukunft noch stärker

Nach der Pandemie bzw. insgesamt inmitten dieser herausfordernden Zeiten ist in unserer Gesellschaft ein Umdenken spürbar, welches hoffentlich zu einem besseren Miteinander führt: Besinnung auf das Wesentliche, Stärkung von Zusammenhalt, mehr Toleranz und Reduktion der Ansprüche. Dadurch entstehen zum einen neue (digitale) Lösungen und Ansätze im Bereich Nachhaltigkeit, aber auch im Bereich Conscious Consumption. Auf Unternehmensseite sehen wir große Veränderungsbereitschaft, beispielsweise werden Events als “Green Events” geplant, von der Anreise mit der Bahn über plant-based Food-Angebote bis hin zum recyclebaren Stage Design. Transparenz und Information, zum Beispiel durch vollautomatisierte, digitale Erfassung der CO2 Bilanz, sind dabei der Schlüssel zum Erfolg – das gilt für alle Nachhaltigkeitsbemühungen, egal ob auf Retail-Flächen oder bei Kampagnen. 

Mathias Ullrich, Managing Director, Liganova

Mathias Ullrich

Sustainability muss Priorität werden

Wir sehen, dass vor allem junge Menschen nach wie vor Innovationen in Digital- und Tech-Unternehmen voranbringen möchten, dabei aber einen noch stärkeren Wert auf nachhaltiges Handeln legen und einen klaren Purpose seitens der Unternehmen einfordern.

Fortschritt kann nur erfolgreich vorangebracht werden, wenn Firmen gemeinsam mit High Potentials eine neue Sinnhaftigkeit etablieren und einen starken Fokus auf ökologisch, ökonomisch sowie sozial wertvolle Maßnahmen setzen. Gerade jetzt hat die Digital- und Tech-Branche dafür die besten Voraussetzungen. Auch „New Work“ spielt weiterhin eine große Rolle und kann optimal gelingen, wenn Führungskräfte mutig Veränderungen anstoßen, Bewährtes in diese neue Zeit mitnehmen und vor allem proaktiv den Wandel leben. Konkret könnte das heißen: flexible Arbeitszeiten und Selbstorganisation stärken, digitale „Get Togethers“ ermöglichen, unnötige Meetings reduzieren und vor allem als Vorbild mit gutem Beispiel voran gehen.

Marco Peters, Gründer und Geschäftsführer bei Nextwork

Marco Peters


Autor: W&V Redaktion

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