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Game over: Der Videospiele-Boom ist vorbei

Ungebremstes Wachstum – daran hat sich die Spielebranche seit 2015 gewöhnt. Nun gibt es die erste Delle mit einem leichten Umsatzrückgang. Auch PlayStation, Switch & Co. sind nicht vor der Rezession gefeit.

Text: W&V Redaktion

8. Juli 2022

Da schaut Mario supersparsam: Die großen Boom-Jahre sind erstmal vorbei.
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Game over: Der Videospiele-Boom ist vorbei

Seit 2015 sind die weltweiten Verkäufe von Videospielen jedes Jahr gestiegen. Die Corona-Zuhause-Jahre haben der Branche dann nochmals einen Riesenschub beschert. Zwischen 2019 und 2021 sind die globalen Umsätze um 26 Prozent auf 191 Milliarden Dollar gestiegen. Nun ist der ganz große Spiele-Boom erst einmal vorbei. Laut der Datenspezialisten von Ampere Analytics geht es 2022 um 1,2 Prozent runter auf 188 Milliarden Dollar Umsatz. Damit liegt die Branche immer noch deutlich über dem Vor-Corona-Niveau. Aber die enormen Zuwächse sind mit dem ersten Minus seit sieben Jahren doch spürbar gebremst. Das berichtet CNBC.

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Keine PlayStation 5, keine Spiele

Piers Harding-Rolls, Direktor bei Ampere Analytics, bewertet die Zahlen so: "Sie zeigen, dass die Spielebranche nicht immun gegen die Rezession ist." Die Ursachen für den Rückgang ähneln der restlichen Tech-Branche: Steigende Lebenshaltungskosten, Lieferschwierigkeiten und zuletzt der russische Angriff auf die Ukraine. Russland als zuvor zehntgrößter Spielemarkt der Welt fällt damit deutlich zurück. Zudem schaden die anhaltenden Lieferschwierigkeiten von PlayStation 5, Xbox Series X und der OLED-Version der Nintendo Switch dem Geschäft. Denn wer keine neue Konsole bekommt, kauft auch keine Spiele dafür. Bei einer schnellen Erholung von Inflation und Krieg könnte der Umsatz 2023 laut Ampere wieder steigen, auf dann weltweit 195 Milliarden Dollar.

Das sind die Themen von TechTäglich am 8. Juli 2022:


Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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