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International
Geheimer Trick? Meta wegen Apple-Datenklau verklagt

Mark Zuckerbergs Meta-Konzern soll die 2021 eingeführten Restriktionen von Apple für das Sammeln von Daten durch einen Geheimcode in Facebook und Instagram umgangen haben. Nun wurden Klagen eingereicht.

Text: W&V Redaktion

23. September 2022

War Facebook aka Meta wieder mal zu neugierig?
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Mehrere Facebook-Nutzer haben beim Bundesgericht in San Francisco Einzel- und Sammelklagen gegen Meta eingereicht. Sie werfen dem Zuckerberg-Konzern vor, die 2021 von Apple eingeführten neuen Datenschutzmaßnahmen insgeheim umgangen zu haben, um mehr als die erlaubten Nutzerdaten zu sammeln. Die Klagen basieren auf einem Bericht des Wiener Datenschutzexperten Felix Krause. Er will laut Bloomberg herausgefunden haben, dass die Facebook- und Instagram-Apps von Meta für Apples iOS-System insgeheim JavaScript-Code in die von den Nutzern besuchten Websites einfügen. Laut Krause erlaubt es dieser Code den Apps, "alles zu verfolgen, was Sie auf einer Website tun", einschließlich der Eingabe von Passwörtern.

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Anschuldigungen laut Meta "unbegründet"

Dies würde gegen einzelstaatliche und bundesstaatliche Gesetze verstoßen, die das unerlaubte Sammeln persönlicher Daten einschränken. Ein Meta-Sprecher erklärte, die Anschuldigungen seien "unbegründet", das Unternehmen werde sich verteidigen. In einem Statement heißt es: "Wir haben unseren In-App-Browser so gestaltet, dass er die Datenschutzentscheidungen der Nutzer respektiert, einschließlich der Frage, wie Daten für Werbung verwendet werden können."

Der Trick mit den Web-Links

Meta entgehen durch Apples verschärfte Datenschutzbestimmungen nach eigenen Angaben allein im Jahr 2022 rund 10 Milliarden Dollar an Einnahmen. Der umstrittene Code könnte es dem Konzern ermöglicht haben, Web-Links generell im In-App-Browser von Facebook und Instagram statt in Apples Safari-Browser zu öffnen. In den Anklagen heißt es dazu: "Dies ermöglicht Meta, die Interaktionen und die Kommunikation seiner Nutzer mit Dritten abzufangen, zu überwachen und aufzuzeichnen und Meta Daten zur Verfügung zu stellen, die es aggregiert, analysiert und zur Steigerung seiner Werbeeinnahmen verwendet".


Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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