Anzeige

TechTäglich
Grüne Energie: Computer läuft mit Algen-Strom

Eine neuartige Bio-Batterie kann Energie nicht nur speichern, sondern sogar selbst erzeugen. Ein Computer läuft bereits mit Algen-Strom. Doch bis zum praktischen Einsatz dauert es noch ein paar Jahre.

Text: W&V Redaktion

16. Mai 2022

Im "Alge-meinen" sind Algen für die Stromerzeugung geeignet.
Anzeige

Grüne Energie: Computer läuft mit Algen-Strom

So grün war Strom noch nie – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Forscher der Universität Cambridge haben jetzt sechs Monate lang einen Computer betrieben, der seinen Strom ausschließlich aus einer Batteriezelle mit Algen bezogen hat. Laut Futurezone und New Scientist kam dabei in einer Zelle von der Größe einer AA-Batterie die ungiftige Algenart Synechocystis zum Einsatz. Sie gewinnt durch Photosynthese Energie aus dem Sonnenlicht. Diese elektrische Energie haben die Wissenschaftler über eine Aluminiumelektrode dazu genutzt, um den Rechner mit Strom zu versorgen. Die Bio-Batterie stand dabei ganz normal auf einem Fensterbrett, durch das die Sonne schien.

Dieser Inhalt kann leider nicht dargestellt werden. Sie finden ihn hier.

Strom auch bei Dunkelheit

Die gewonnene Energie reichte sogar aus, um den Computer während der Nachtstunden in Betrieb zu halten. Der Mini-PC hat Zahlen berechnet, er benötigte für Standby und Betrieb zwischen 0,24 und 0,3 Mikrowatt Leistung. "Wir waren beeindruckt, wie konstant das System über einen langen Zeitraum funktioniert", staunte der Biochemiker Paolo Bombelli, wissenschaftlicher Leiter des Projekts. Die Energieprobleme der Menschheit kann die Algenpower vorerst aber noch nicht lösen. Denn selbst eine energiesparende LED-Lampe, die 10 Watt erfordert, lässt sich damit noch längst nicht betreiben. In rund fünf Jahren, so die Forscher, sei aber eine kommerzielle Nutzung des Systems denkbar, das besonders zukunftsweisend ist – weil die Algen-Batterie Strom eben nicht nur speichern, sondern sogar erzeugen kann.

Das sind die Themen von TechTäglich am 16. Mai 2022:


Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

Anzeige