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Tim Hortons mit peinlicher Aktion
Kaffee-Riese setzt ausspionierte Kunden auf den Pott

Die kanadische Schnellrestaurant-Kette Tim Hortons hat in ihrer App verbotenerweise über ein Jahr lang Kunden ausspioniert. Betroffene reichten eine Sammelklage ein. Jetzt kam per Mail ein denkwürdiges Angebot von Tim Hortons für die Entschädigung.

Text: W&V Redaktion

5. August 2022

Das bisschen Spionage... Dafür gibt es doch leckeren Kaffee! What?
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Tim Hortons – das ist der Kaffee-Riese in Kanada, vergleichbar mit Starbucks im US-Markt. Die Schnellrestaurant-Kette hat sich auf Kaffee, Donuts, Snacks, Sandwiches und ähnliche Speisen spezialisiert. Gründer war 1964 der Eishockeyspieler Tim Horton.

Jetzt macht das Unternehmen mit einer eher peinlichen Aktion auf sich aufmerksam. Die App von Tim Hortons hat unerlaubterweise Nutzerdaten gesammelt. In der Anwendung wurde getrackt, wenn ein Nutzer einen Tim Hortons-Konkurrenten, eine Sportstätte, sein Zuhause oder seinen Arbeitsplatz betrat bzw. verließ.

Mehr als ein Jahr lang soll die Anwendung auf diese Art Informationen über die Kunden der Kette – Achtung, Wortspiel – gehorton haben.

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Der Konzern zeigt sich reumütig und hat nach vier Sammelklagen einen Vorschlag zur außergerichtlichen Einigung eingereicht. Diese soll für alle Parteien ein fairer Kompromiss sein. Und der sieht so aus: Man wolle die Betroffenen mit einem Gratis-Kaffee und einem Stück Gebäck pro Kunde entschädigen. Im Wortlaut:

"Wir freuen uns, in den vier Sammelklagen in Quebec, British Columbia und Ontario, in denen es um die Tim Hortons-App geht, einen Vergleichsvorschlag erzielt zu haben, der der Genehmigung des Gerichts bedarf. Als Teil der vorgeschlagenen Vergleichsvereinbarung erhalten berechtigte App-Nutzer ein kostenloses Heißgetränk und eine kostenlose Backware."

Gesamtwert der Entscheidung pro Kunde: umgerechnet 6,70 Euro. So viel würden ein Kaffee und ein Gebäckstück bei Tim Hortons kosten. So will der Kaffee-Riese seine Kunden auf den Pott setzen!

Ob das Gericht zustimmt, das Angebot anzunehmen, bleibt abzuwarten. Ob den ausspionierten Kunden das Kaffee-Gedeck im Hals stecken bleiben würde, wird sich dann auch noch zeigen.

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Autor: Michael Gronau

ist Autor bei W&V. Der studierte Germanist interessiert sich besonders für die großen Tech-Firmen Apple, Google, Amazon, Samsung und Facebook. Er reist oft in die USA, nimmt regelmäßig an Keynotes und Events teil, beobachtet aber auch täglich die Berliner Start-up-Szene und ist unser Gadget- und App-Spezialist. Zur Entspannung hört er Musik von Steely Dan und schaut Fußballspiele seines Heimatvereins Wuppertaler SV.

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