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TechTäglich
PlayStation: Neuer Spiele-Hit in Schwarzweiß

Farbenprächtige Spiele in 4K und mit butterweichen 60 Bildern pro Sekunde – dafür stehen die aktuellen Konsolen von Sony und Microsoft. Ein Samurai-Spiel verzichtet jetzt aber komplett auf Farbe.

Text: W&V Redaktion

18. Mai 2022

Trek to Yomi: Geniale Grafik braucht keine Farbe.
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PlayStation: Neuer Spiele-Hit in Schwarzweiß

Da bauen Sony oder Microsoft Konsolen, die Spiele in unglaublicher Farbenpracht darstellen können. Und dann kommt ein Entwickler aus Polen – der mit Schwarzweiß-Grafik für eines der faszinierendsten und schönsten Spieledesigns seit Jahren sorgt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich das "Flying Wild Hog"-Studio aus Warschau mit Japans Kino-Großmeister Akira Kurosawa ein geniales Vorbild ausgesucht hat. Das neue Zweikampf-Actionspiel "Trek to Yomi" ist eine Verbeugung vor der japanischen Kultur, vor dem Zeitalter der Samurai – und vor allem vor der Kunst des 1998 verstorbenen Regisseurs.

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Ein Kurosawa-Film zum Selberspielen

Die Japan-begeisterten Polen haben für ihr Spiel in Museen in Tokio recherchiert und jeden Kurosawa feinsäuberlich unter die Lupe genommen. Zudem hat der Historiker Aki Tabei Matsunaga dafür gesorgt, dass geschichtliche Fakten stimmen – und dass japanische Traditionen wie Ehre, Pflichtgefühl und Respekt im Spiel zentrale Rollen einnehmen. Die Liebe zum Detail ist "Trek to Yomi" in jeder Szene anzumerken. Die faszinierenden Bilder und Duelle wirken wie ein Kurosawa-Film zum Selberspielen – inklusive zahlreicher Tricks des Meisterregisseurs wie dem Brandloch im Filmmaterial, das er einst an den Stellen eingebaut hat, an denen der Vorführer die Rolle wechseln musste.

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Zuschauen macht leider mehr Spaß als Spielen

Auch der Soundtrack, der von einem traditionellen Gagaku-Orchester eingespielt wurde, passt brillant zur Atmosphäre des alten Japan der Edo-Zeit vom 17. bis zum 19. Jahrhundert. Leider kann "Trek to Yomi" spielerisch nicht ganz einlösen, was es optisch verspricht. Die Steuerung der Kämpfer ist oft kompliziert und hakelig, die eigenen Spielfiguren reagieren teilweise zu träge – was dafür sorgt, dass das Zuschauen mehr Spaß macht als das Spielen. Gut, dass der eingebaute "Kinomodus" die Schwierigkeit so weit senkt, dass der PlayStation-Kurosawa fast ungetrübtes Staunen ermöglicht. (Für PS, Xbox und PC / Ab 18 Jahren / 20 Euro)

Das sind die Themen von TechTäglich am 18. Mai 2022:


Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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