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TechTäglich
So viel Arbeitszeit raubt lahmes Internet pro Jahr

Wenn die Deutschen im Büro im Internet arbeiten, geht es häufig nur im Schneckentempo voran. Eine Studie legt die Probleme schonungslos offen und benennt sie deutlich.

Text: W&V Redaktion

25. November 2022

Darf's beim Download ein bisschen mehr sein? In Deutschland: JA.
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Digitalwüste Deutschland. Sogar Länder wie Albanien liegen bei der Internetgeschwindigkeit vor uns. Das ärgert nicht nur Nutzer, es sorgt auch für weniger Produktivität. Das beweist eine neue Studie des Internetknotenbetreibers DE-CIX. Erschreckendes Ergebnis: Büroangestellte, die mit Schneckentempo-Internet zu kämpfen haben, verlieren innerhalb eines Jahres im Durchschnitt eine komplette Arbeitswoche. Laut der Untersuchung beschweren sich zwei Drittel der Arbeitnehmer mindestens einmal innerhalb von vier Wochen über lahmes Internet, mehr als ein Drittel ist mehrmals in der Woche oder sogar täglich von lahmem Internet genervt.

35 Stunden im Jahr sammeln sich bei lahmem Internet an.

Kurios: Im Home Office würden die Betroffenen schneller arbeiten können, denn da sind die Internetverbindungen stabiler und vor allem schneller. 35 Prozent mosern daheim, aber 40 Prozent meckern übers Bürotempo. Besonders schlimmm wird es bei Videokonferenzen in Tools wie Zoom, Teams oder Webex. Bei diesen Anwendungen sind 39 Prozent aller Störungen aufgetreten. Auch problematisch: Selbst bei Cloud-Apps, Downloads und sogar dem Mailversand hapert es.

Im Home Office ist die Internetverbindung meist schneller als in deutschen Büros.

Kritisiert werden in der Studie Netzüberlastung, schwache Infrastruktur und schleppender Netzausbau. Viele Unternehmen lassen ihre Angestellten auch mit alten Computern arbeiten, selbst die Software ist häufig nicht auf dem neuesten Stand. Armes Deutschland!

Wehe, die Videokonferenz geht los und das Internet schwächelt schon wieder.

Das sind die Themen in TechTäglich am 25.11.2022:

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Autor: Michael Gronau

ist Autor bei W&V. Der studierte Germanist interessiert sich besonders für die großen Tech-Firmen Apple, Google, Amazon, Samsung und Facebook. Er reist oft in die USA, nimmt regelmäßig an Keynotes und Events teil, beobachtet aber auch täglich die Berliner Start-up-Szene und ist unser Gadget- und App-Spezialist. Zur Entspannung hört er Musik von Steely Dan und schaut Fußballspiele seines Heimatvereins Wuppertaler SV.

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