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TechTäglich
Streaming: Die neue Liste der Tantiemen-Schande

Heute in TechTäglich: Künstler und Künstlerinnen kassieren pro Stream von den einschlägigen Musik-Diensten nur minimale Einnahmen. Welcher Streaming-Service zahlt was? Eine neue Liste gibt einen Überblick über die Mini-Auszahlungen.

Text: W&V Redaktion

9. August 2022

Die Streaming-Tantiemen füllen die Taschen der Künstler und Künstlerinnen nicht...
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Mal eben schnell den Stream anwerfen! Es ist einfach bequemer, als CD oder Vinyl von den Lieblings-Künstlern und -Künstlerinnen zu kaufen. 

Aber ist es auch fair?

Nein, sagt der Kölner Musikproduzent Ekki Maas und erinnert mit seinem aktuellen Facebook-Eintrag zu Recht daran, dass die Musikstreaming-Dienste sehr knauserig mit der Vergütung umgehen. 

Sein Blick auf ein Business, in dem viele Interpreten und Interpretinnen trotz aufwändiger Musik-Produktionen nicht von den Streaming-Einnahmen leben können, beschämt. Vor allem, wenn man sich anschaut, was YouTube zahlt… 

Wer streamt und nicht kauft, bringt die Interpreten und Interpretinnen in finanzielle Schwierigkeiten.

Maas schreibt: "Man kann nicht oft genug darauf hinweisen: Die Ausschüttungen von Streamingdiensten decken nicht mal die nötigsten Kosten, wenn man Musik veröffentlicht. Nicht mal bei denen, die mittlere Hits haben. Schlimmer kann es eigentlich nicht werden. Und sagt mir bitte nicht, dass Popmusiker ja eh ihre Kohle vom Livespielen bekommen. Wir stecken diese Kohle in unsere Produktion und Veröffentlichung. Schande über Youtube! Die zahlen quasi gar nicht. Das fällt aber nicht auf, weil die anderen auch nur Kleckerbeträge berappen."

Das zahlen die Dienste pro Stream

Napster: $ 0.019

Tidal Music: $ 0.01284

Apple Music: $ 0.00783

Deezer: $ 0.0064

Amazon Music: $ 0.00402

Spotify: $ 0.00318

Pandora: $ 0.00133

YouTube Music: $ 0.0008

Gibt es Alternativen für die Abgespeisten? Ekki Maas macht sich wenig Illusionen: "Was tun? Aus Streaming aussteigen? Muss man sich erstmal trauen."

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Autor: Michael Gronau

ist Autor bei W&V. Der studierte Germanist interessiert sich besonders für die großen Tech-Firmen Apple, Google, Amazon, Samsung und Facebook. Er reist oft in die USA, nimmt regelmäßig an Keynotes und Events teil, beobachtet aber auch täglich die Berliner Start-up-Szene und ist unser Gadget- und App-Spezialist. Zur Entspannung hört er Musik von Steely Dan und schaut Fußballspiele seines Heimatvereins Wuppertaler SV.

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