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TechTäglich
W&V-Test: Die 14 Geheimnisse des iPhone 14 (Teil 1)

Immer am Vormittag die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit dem iPhone 14 Pro im W&V-Test und mit dem Wucher um die Queen-Warteschlange.

Text: W&V Redaktion

19. September 2022

Erstaunlich gut und rauschfrei: Konzertfoto mit dem iPhone 14 Pro.
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W&V-Test: Die 14 Geheimnisse des iPhone 14 (Teil 1)

Seit Freitag verkauft Apple drei neue iPhone-Modelle – das iPhone 14 (6,1 Zoll, ab 999 Euro), das 14 Pro (6,1 Zoll, ab 1.299 Euro) und das 14 Pro Max (6,7 Zoll, ab 1.449 Euro). Das größere Standard-Modell 14 Plus (6,7 Zoll, ab 1.149 Euro) folgt am 7. Oktober. W&V hat das 14 Pro und das 14 Pro Max bereits ausführlich getestet. Wir erklären die Unterschiede zum "normalen" iPhone 14 und zu den Vorgängern, verraten, was die neuen iPhones können – und geben Kaufempfehlungen. Die ersten sieben der 14 Kapitel gibt es heute, den Rest dann morgen.

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Die Unterschiede

So groß wie 2022 war der Unterschied zwischen den Standard-iPhones und den Pro-Varianten noch nie. Mit dem schnelleren A16-Chip und deutlich verbesserter Dreifach-Kamera, mit der cleveren Nachrichtenanzeige "Dynamic Island" und dem neuen "Immer an"-Bildschirm will Apple möglichst viele Käufer dazu bringen, den Mehrpreis fürs 14 Pro oder Pro Max zu bezahlen. Denn weil sich die Verkäufe kaum mehr steigern lassen, müssen teurere Modelle den Umsatz pushen. Während die neuen Pro-iPhones die spannendsten Neuheiten seit Jahren bieten, fühlt sich das iPhone 14 eher wie ein aufgemöbeltes 13S an. Wobei: Mit verbesserten Kameras, mit Satelliten-Notruf und Autounfall-Erkennung spendiert Apple auch dem normalen iPhone 14 einige interessante Upgrades.

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Tempo

Den erneut schnelleren A16-Bionic-Prozessor bekommen nur 14 Pro und Pro Max. Laut ersten Benchmarks läuft er 10 bis 15 Prozent fixer als der Vorgänger. Aber ganz ehrlich: Im alltäglichen Gebrauch ist davon momentan noch nichts zu spüren. Alles fühlt sich so schnell und flüssig an wie gewohnt. Lohnen dürfte sich der neue Chip erst in ein paar Jahren, wenn Apps noch leistungshungriger werden – und wenn ihn Apple ein, zwei Jahre länger mit frischen, sicheren iOS-Versionen versorgt. Den gleichen Vorteil hat dann auch das normale iPhone 14, in dem jetzt der A15 Bionic aus dem letztjährigen 13 Pro werkelt.

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Kameras

Beim Standard-14er kommt die Front-Kamera erstmals mit Autofokus. Das sorgt für Selfies, bei denen die Kamera schneller scharfstellt. Und die Kamera hinten liefert laut Apple bessere Bilder und Videos bei schlechtem Licht. Deutlich aufgerüstet zeigen sich aber nur die Kameras von 14 Pro und Pro Max. Hier kommt die hintere Weitwinkel-Cam erstmals mit 48 statt 12 Megapixel. Den Bildsensor hat Apple dabei von 42,8 auf 71,5 Quadratmillimeter vergrößert. So kann er mehr Licht einfangen – ein Trend, den die Android-Konkurrenz allerdings schon vor Jahren eingeläutet hat. Weil 48-Megapixel-Fotos enorm viel Speicherplatz brauchen, werden sie fürs normale Fotografieren aber wieder auf 12 Megapixel eingedampft. Von der laut Apple doppelt so hohen Lichtausbeute profitieren die Bilder trotzdem.

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Schnappschüsse

Die neuen Kameras aller Modelle sollen das Bildrauschen bei Dämmerung und Dunkelheit deutlich reduzieren. Bei gutem Licht sind kaum Unterschiede zu bemerken – die Bilder waren schon bei den Vorgängern erstklassig. Bei Nachtfotos hat zumindest das 14 Pro aber tatsächlich größere Fortschritte gemacht. In unserem Test beim Arcade-Fire-Konzert am Sonntagabend in München hat das neue Apple-Handy bei schwierigsten Lichtverhältnissen als erstes von uns getestetes iPhone für wirklich brauchbare bis gute Fotos gesorgt. Mit den richtigen Einstellungen sind die Bilder (und auch Videos) erstaunlich rauschfrei und geben das Licht sehr gut wieder. Wobei: Top-Digitalkameras wie die Sony RX100 VII oder die Canon G5X Mark II mit ihren nochmals um 60 Prozent größeren 1-Zoll-Bildsensoren und optischem Mehrfach-Zoom sind hier immer noch deutlich überlegen. Im Vergleich zum Nachtfoto-Champ Google Pixel 6 sind die Unterschiede aber wirklich nur noch Geschmacksache. Wichtig: Mit Kamera-Apps wie Halide bieten auch die neuen iPhones wieder deutlich mehr Möglichkeiten für kreatives Fotografieren als mit Apples vorinstalliertem Standard-Programm.

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Profi-Fotos

In den Kamera-Einstellungen des 14 Pro lässt sich der 48-Megapixel-Modus für unbearbeitete Bilder im RAW-Format auswählen – und dann wird’s spannend. Denn dann liefert das iPhone nur die Rohdaten der Bilder und verzichtet auf seine oft übertriebenen Software-Tricks zur Bearbeitung. Ergebnis sind riesige Dateien mit 60 Megabyte und mehr, die Foto-Profis nach Belieben bearbeiten können. Die Auflösung liegt dann bei gewaltigen 8064 × 4536 Pixeln. Schon unsere ersten Versuche im W&V-Test zeigen, welches Potenzial diese Fotos dann haben. Halide-Gründer Sebastiaan de With zeigt auf Twitter ein brillantes Nachtfoto und schwärmt: "Ich bin von der neuen 48-MP-Kamera begeistert. Sie rendert anders als alles, was ich jemals zuvor mit einem Handy aufgenommen habe. Sie ist absolut umwerfend. Ich bin im Himmel." Für ambitionierte Fotografen dürfte sich das 14 Pro also tatsächlich lohnen.

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Videos

Alle neuen iPhones bieten höhere Auflösungen für Videos – beispielsweise den künstlerisch wertvollen Kinomodus, der jetzt mit 24 oder 30 Bildern pro Sekunde in 4K filmt. Ebenfalls für alle neuen Modelle gibt es den Action Modus, der zum Beispiel beim Sport in den Videos Wackler und Erschütterungen ausgleicht. In unserem Test hat das für Clips gesorgt, die beinahe aussehen wie mit einem Stativ aufgenommen. Weil dann alles so ruhig und glatt wirkt, kann es sich aber auch lohnen, den Action Modus im Kameramenü vor der Videoaufnahme zu deaktivieren – zum Beispiel beim Mountainbiken.

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Dynamic Island

Den spektakulärsten neuen Trick gibt es nur am 14 Pro und Pro Max. Apple hat die berüchtigte schwarze Kamera-Kerbe "Notch" oben am Bildschirm um ein Drittel verkleinert und mit einem pillenförmigen Design etwas nach unten gerückt. Weil sie dann aber immer noch stören würde, machen die Entwickler aus der Not eine Tugend – und gehen in die Offensive. Aus der Notch wird die Nachrichtenzentrale mit dem ulkigen Namen "Dynamic Island", die je nach Bedarf wächst und schrumpft. Sie zeigt zum Beispiel eingehende Anrufe, den Wecker oder die aktuell laufende Musik an. Während Apple die Notch möglichst verstecken wollte, SOLL man die "dynamische Insel" sehen. Die Animationen sind witzig und die Notch ist definitiv eine Attraktion, die Android kopieren wird. Allerdings wirken viele der Funktionen noch längst nicht ausgereift – zum Beispiel, wenn ein Timer von "Dynamic Island" dann doch wieder recht unelegant in die normale Uhren-App wechselt. Richtig spannend wird die Neuheit sicherlich erst, wenn sich auch Apps anderer Anbieter auf der Apple-Insel breitmachen.

Teil 2 der "Top 14" von W&V zum iPhone 14 gibt es dann am Dienstagvormittag, 20. September.

Das sind die Themen von TechTäglich am 19. September 2022:


Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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