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Branchenbefragung
Wie sieht die Zukunft des europäischen Einzelhandels aus?

Auf den Abverkauf vor Ort und die persönliche Beziehung zur Kundschaft konzentrieren oder Omnichannel-Strategie bis hin zum Einsatz von Drohnen und Robotern? Der stationäre Handel sieht sich einer Reihe von Herausforderungen gegenüber - in fast allen Bereichen.

Text: W&V Redaktion

13. Juli 2022

Smart Devices können den Einzelhandel helfen. Doch die Integration mit bestehenden Systemen und das Onboarding von Mitarbeiter:innen macht Sorgen.
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44 Prozent der europäischen Einzelhandelsbetriebe sind der Überzeugung, dass die Zukunft des Filialbetriebes in der Verschmelzung von Online- und Offline-Erlebnissen liegt. Doch was 57 Prozent Kopfzerbrechen bereitet, ist die Integration bestehender Systeme. Diese und weitere Ergebnisse fördert eine Erhebung von Scandit zutage, die unter führenden Einzelhandelsunternehmen europaweit durchgeführt wurde. Befragt wurden dafür zwischen Dezember 2021 und Februar 2022 Verantwortliche bei 111 der führenden Retailer im EMEA-Raum. 

Im Zentrum der Erhebung "The Future of Store Operations" standen die Herausforderungen, aber auch das Potenzial neuer Technologien sowie ihrer Auswirkungen auf Omnichannel-Filialen, mit denen sich die Unternehmen konfrontiert sehen. Bei der Frage nach der zukünftigen Hauptrolle des physischen Ladengeschäfts fielen die Antworten eindeutig aus: Mit 71 Prozent gaben fast Dreiviertel der Befragten aus dem DACH- und CEE-Raum an, dass sich ein Hybrid aus Online- und Offline-Handel etablieren wird, wobei 61 Prozent die Alleinstellung gegenüber der Konkurrenz bei der Umsetzung als größte Herausforderung nannten. Grundsätzlich belegen die Ergebnisse die Notwendigkeit, Technologien für den Ladenbetrieb zu verbessern. Sie zeigen aber auch, dass es im stationären Handel an allen Ecken und Enden hakt.

Führende Einzelhändler der größten Lebensmittel-, Heimwerker-, Sport- und Unterhaltungselektronikmarken in dieser Region sehen innovative technologische Lösungen für den Ladenbetrieb als entscheidend für das Erreichen ihrer Geschäftsziele an. Dabei gaben rund 37 Pozent an, dass sich erfolgreiche Ansätze dabei auf die Verbesserung des Kundenerlebnisses konzentrieren

Aber auch die technischen Erfahrungen, die Mitarbeiter vor Ort in den Geschäften machen, bereiteten einigen Sorgen – 29 Prozent sahen hier die größte Herausforderung. 36 Prozent kämpften hingegen mit veralteter Hardware."Die Studie zeigt, wie wichtig die Technologie ist, um die Kluft zwischen der digitalen und der physischen Welt zu verringern", sagt Samuel Mueller, CEO von Scandit. "Es ist von entscheidender Bedeutung, den Mitarbeitern in den Geschäften vertraute Technologien zur Verfügung zu stellen, die es ihnen ermöglichen, die Arbeitsabläufe zu verbessern und ein nahtloses Kundenerlebnis zu schaffen. Wenn es Einzelhandelsunternehmen gelingt, das Online-Erlebnis effektiv in die Filiale zu übertragen, können sie das gewünschte Angebot mit Alleinstellungsmerkmal realisieren."

Scandit ist ein Anbieter von Smart-Data-Capture-Lösungen. Heißt: Mit Smart Devices wie Smartphones, Drohnen, digitalen Brillen und Robotern sammeln sie Daten aus Barcodes, Texten, Ausweisen und Objekten mit, um End-to-End-Prozesse zu automatisieren und wichtige Erkenntnisse zu gewinnen.

Herausforderungen in den Bereichen Differenzierung, Kundenbindung und Systemintegration

Die befragten Unternehmen betrachteten außerdem die Schaffung eines differenzierten Kundenerlebnisses als die größte Herausforderung. Aber nur die Hälfte aller Befragten arbeitet darauf hin, die Mitarbeiter-Kunden-Bindung weiter zu verbessern. Verständlicherweise wird der persönliche Kontakt zwischen Mitarbeitern und Kunden von 100 Prozent der Führungskräfte mit Vertriebsschwerpunkt als entscheidend angesehen. Über die Zukunft des stationären Handels hatten die Befragten unterschiedliche Ansichten: So glaubten 14 Prozent, dass die Zukunft des physischen Ladengeschäfts ausschließlich in einem interaktiven, markenorientierten Hub liegen wird, der ein E-Commerce-Angebot unterstützt. In der DACH-Region erwarteten 15 Prozent der Teilnehmer:innen, dass sich die Technologie für Store Operations hin zum Einsatz von Drohnen und Robotern entwickelt. Dies sei nach Angaben Scandits der höchste Wert im direkten Vergleich zu den Ergebnissen von anderen Regionen. Sogar 21 gingen davon aus, dass diese automatisierten Werkzeuge letztendlich die wichtigste Technologie für die Erfüllung von Omnichannel-Aufgaben werden. 

Die Erhebung zeigte ebenfalls, dass Einzelhändler ihre Technologie modernisieren müssen, um das Kundenerlebnis zu verbessern und echtes Omnichannel-Shopping anzubieten. Mit 46 Prozent ist fast für die Hälfte die Verwaltung und Aktualisierung bestehender Technologiesysteme der Weg zur Erreichung dieses Ziels. Darüber hinaus gaben 43 Prozent der Führungskräfte im Einzelhandel im DACH-Gebiet an, dass eine der größten Herausforderungen bei der heutigen Technologie für den Ladenbetrieb darin besteht, zu viele Tools zur Auswahl zu haben. Die Führungskräfte des Einzelhandels gaben auch im Detail an, welche kritischen betrieblichen Aufgaben die meiste technologische Unterstützung benötigen: Die Verwaltung des Lagerbestands wird von 50 Prozent als größte Herausforderung genannt, während 43 Prozent die größten Probleme in der Regalverwaltung sehen. 36 Prozent wünschen sich außerdem Unterstützung bei der Kundenberatung und 39 Prozent benötigen Hilfe bei der Kommissionierung. 

Strategien für Endgeräte ja. Doch die Skalierbarkeit bereitet Sorgen

46 Prozent der Einzelhandelsleiter waren außerdem der Meinung, dass Datenmanagementsysteme für die Erfüllung von Omnichannel-Aufgaben unerlässlich sind. Mit ihnen können Führungskräfte auf wertvolle Daten zugreifen und in Echtzeit wichtige Einblicke in den Offline- und Online-Bestand sowie in andere Bereiche wie Regalmanagement oder Preiskontrolle erhalten. Mit 54 Prozent glaubt mehr als die Hälfte der Befragten, dass Multi-Purpose-Geräte die Omnichannel-Strategien vorantreiben werden. Auf die Frage, was ihrer Meinung nach die Hauptvorteile der Ausstattung der Filialmitarbeiter mit Smartphones und intelligenten Geräten in großem Umfang sind, nannten 57 Prozent deren Verwendung für eine Vielzahl von Aufgaben (Single-Device-Strategien). Mit 46 Prozent nannte fast die Hälfte Kosteneffizienz und Skalierbarkeit als entscheidende Faktoren.


Autor: Marina Rößer

hat lange in einem Start-Up gearbeitet, selbst eines gegründet und schreibt für W&V derzeit als Digital Nomad von überall aus der Welt. Sie liebt alles Digitale, gestaltet, fotografiert und kocht aber auch gerne.

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