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Sinnvoll oder nicht?
So warnt ausgerechnet ABInbev vor den Gefahren des Alkohols

Anheuser-Busch startet seine Global Smart Drinking Week mit lustigen Zeichnungen – die bei genauerem Hinsehen gefährliche Botschaften enthalten.

Text: W&V Redaktion

4. August 2022

Anheuser-Busch startet seine Aufklärungswoche mit dem prominenten Illustrator Serge Seidlitz.
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In gesundem Maße mit Alkohol umzugehen, gelingt ja leider nicht allen in unserer Gesellschaft. Ob ausgerechnet die, die daran mitverdienen, die besten Aufklärer sind, ist vermutlich ebenso umstritten, wie das Verhalten, das der ein oder andere nach ein paar Gläschen zu viel an den Tag legt. Aber es gehört zum guten Ton ebenjener Unternehmen, die mit den Schwächen der Menschen Geld verdienen. So klären Tabakkonzerne über die Gefahren des Rauchens auf, Pornoseiten über Safer Sex und Einvernehmlichkeit. Bei Anheuser-Busch Inbev findet diese Aufklärung jährlich im Rahmen der Global Smart Drinking Week statt. 2022 stellt der führende Braukonzern dabei das Motto "The Art of Drinking" in den Fokus seines Engagements gegen schädlichen Alkoholkonsum.

Kommunikativer, lustiger, beliebter - Die Auswirkungen von Alkohol romantisiert

Dafür hat sich das Unternehmen den bekannten Illustrator Serge Seidlitz ins Boot geholt, der "The Art of Drinking", die Kunst des Trinkens, die es maßvoll zu beherrschen gilt, und sich dann eben auch genießen lässt, in Bild und Wort umgesetzt hat. Mit unterhaltsam-informativen Grafiken möchte ABInbev so auf einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol aufmerksam machen. Dazu gehören Aufforderungen wie "Grabbing some food with your drink", "Drinking a glass of water between beers" und "Pre-ordering a taxi to take you home". Jedes Farbtrio erzählt dabei eine kleine Geschichte, die nur wegen dem kleinen Tipp so gut ist. Situationen wie "Making new friends while you're waiting for your old friends" können aber insbesondere für Frauen gefährlich ausgehen. Andere wie "The bar staff asking you to ring the bell for last call" sind komplett sinnlos und stehen in keinem Zusammenhang mit Verantwortungsbewusstsein. Abgesehen davon, dass alle Stories suggerieren, nach ein paar Gläsern - natürlich nicht zu viel - sei man kommunikativer, offener, könne leichter auf andere zu gehen und werde von allen gemocht. 

Die Grafiken kommen intern wie extern zum Einsatz

"Vor Ort sind die Grafiken in Bars, Restaurants und Gaststätten dort anzutreffen, wo der Alkohol unmittelbar konsumiert wird und die Ansprache sehr wirkungsvoll ist - nämlich direkt auf den Bierdeckeln an Tisch und Tresen", sagt Fried-Heye Allers, Unternehmenssprecher von Anheuser-Busch Inbev Deutschland. Zusätzlich sind die aufklärenden Illustrationen auf den verschiedenen Web-Kanälen zu sehen. Darüber hinaus werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Brauerei die Kunstwerke weiterverbreiten, so etwa als Zoom-Hintergrund oder in der persönlichen E-Mail-Signatur, um auf die Bedeutung von Smart Drinking aufmerksam zu machen.

Brillen sollen Trunkenheit simulieren

Dies geschieht auch in Deutschlands Restaurants, Kneipen und Bars mit dem Einsatz sogenannter Trinkbrillen. Bei der Aktion werden diese technischen Accessoires in ausgewählten Lokalitäten gratis ausgegeben. Mit den Trinkbrillen lassen sich die Auswirkungen von Trunkenheit simulieren - mit der klaren Aufforderung: Wer Alkohol trinkt, sollte sein Auto stehenlassen und unbedingt alternative Möglichkeiten finden, um sicher nach Hause zu kommen.

Dabei ist die Vermeidung von Alkohol am Steuer nach eigenen Angaben ein weiterer Kernaspekt des Engagements des Konzerns. So wurde die Partnerschaft mit Unitar, dem Institut für Ausbildung und Forschung der Vereinten Nationen, jüngst um zwei weitere Jahre verlängert. Gemeinsam soll das Bewusstsein geschärft und Technologien eingesetzt werden, um die Verkehrssicherheit in mehr als 120 Ländern zu verbessern. Bei der Brauereri ist der Kurs ohnehin klar vorgegeben: Bis Ende 2025 soll jedes fünfte Bier aus dem weltweiten Sortiment des Unternehmens alkoholfrei oder alkoholreduziert sein. Zu Beginn des Jahres wurde mit Corona Cero auch eine alkoholfreie Variante des Kultbieres auf den Markt gebracht.


Autor: Marina Rößer

hat lange in einem Start-Up gearbeitet, selbst eines gegründet und schreibt für W&V derzeit als Digital Nomad von überall aus der Welt. Sie liebt alles Digitale, gestaltet, fotografiert und kocht aber auch gerne.

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