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Aufwärtsfahrt
Bertelsmann trotzt Krise mit ambitionierten Wachstumsplänen

Krise hin, Flaute her: Der Medienkonzern Bertelsmann plant für die nächsten Jahre erhebliche Umsatzsteigerungen. Um die Ziele zu erreichen, will man investieren und von Synergieeffekten profitieren. 

Text: W&V Redaktion

27. September 2022

Bei Bertelsmann läuft es trotz Krise rund.
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Bertelsmann will bis 2026 den Gesamtumsatz deutlich steigern und die Marke von 24 Milliarden Euro erreichen. In den vergangenen fünf Jahren bewegten sich die Erlöse innerhalb der Spanne 17,2 und 18,7 Milliarden Euro, in diesem Jahr soll erstmals die Marke 20 Milliarden Euro erreicht werden. Das Medien-, Dienstleistungs- und Bildungsunternehmen teilte am Dienstag in Gütersloh zudem mit, man plane 2026 mit einem operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 4 Milliarden Euro und mit einem Konzernergebnis von 2 Milliarden Euro.
Der Konzern will für dieses Ziel bis 2025 fünf bis sieben Milliarden Euro investieren. So sollen jährlich die Online-Bildung um mehr als 10 Prozent, das globale Inhaltegeschäft um 5 bis 10 Prozent und die nationalen Mediengeschäfte um 5 Prozent wachsen. Bertelsmann-Chef Thomas Rabe sagte auch mit Blick auf die aktuellen Krisenzeiten, dass die breite Aufstellung der Geschäfte ein großer Vorteil sei. Zu Bertelsmann gehören etwa der Dienstleister Arvato ebenso wie Buchverlage und Investment-Geschäfte. 

RTL Group als Cashcow

Größter Umsatzbringer ist die RTL Group (6,6 Mrd Euro 2021), die stark auf das Streaming setzt. Zuletzt musste RTL und damit auch Bertelsmann eine Niederlage einstecken: Die geplante Fusion der französischen TV-Unternehmen TF1 und M6 (RTL hat M6-Anteile) platzte. Wettbewerbshüter hatten Bedenken. Nun werden Alternativen durchgespielt, eine Option könnte der Verkauf der M6-Anteile sein. Hinzu kommt für Bertelsmann, dass auch im Callcenter-Bereich eine geplante Fusion nicht zustande kam.
In Deutschland arbeitet RTL derweil am Zusammenwachsen mit dem zum Jahreswechsel integrierten Magazinbereich von Gruner + Jahr. Der Hamburger Zeitschriftenverlag gehört auch zu Bertelsmann, man verspricht sich Synergieeffekte. Derzeit ist der Werbemarkt angespannt, auch die Papierpreise machen der Branche zu schaffen. Mitte August musste RTL-Deutschland-Co-Chef Stephan Schäfer nach knapp einem Jahr seinen Hut nehmen. RTL-Group- und Bertelsmann-Chef Rabe übernahm den Vorsitz der Geschäftsführung. Mehrere Medienfachdienste berichteten zu Wochenbeginn, dass man das Titelportfolio der Zeitschriften überprüfen und nur solche Titel mit RTL zusammenführen wolle, die wirklich synergetisch sind. (dpa/st)


Autor: W&V Redaktion

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