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Bots
Döpfner sieht Chancen in automatisiertem Journalismus

BDZV-Präsident und Springer-Chef Matthias Döpfner ist der Ansicht, dass Bots im Journalismus eine Zukunft haben könnten. Sie würden die Journalisten aber nicht ersetzen, sondern vielmehr entlasten.   

Text: W&V Redaktion

21. Juni 2022

Matthias Döpfner sieht Chancen für Bot-Journalismus.
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Der Präsident des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV), Mathias Döpfner, hat Medienhäuser ermutigt, sich stärker in neuen digitalen Innovationen auszuprobieren. Es gelte, nach den beiden Wellen Transformation vom Analogen ins Digitale und Social Media nun die nächste Welle der Kreativität zu gestalten, sagte der Axel-Springer-Chef am Dienstag bei einem Digitalkongress des Verbandes in Berlin. Auf seine jüngste Ankündigung, vorzeitig sein Präsidentenamt ab Herbst in andere Hände geben zu wollen, ging Döpfner in seiner Rede nicht ein.

Der Verlegerverbandspräsident nannte Phänomene und Trends im Netz wie virtuelle Realität oder NFTs ("Non-fungible Token"), die es ermöglichen, digitale Inhalte mit einem nicht austauschbaren Besitz-Zertifikat zu versehen. Auch zu Bot-Journalismus – also automatisierte Prozesse bei der Herstellung von Inhalten – äußerte der 59-Jährige sich: "Wir wollen keine Menschen durch Maschinen ersetzen, aber wir wollen Menschen durch Maschinen stärker machen." Döpfner nannte als ein Beispiel den Einsatz von Bots bei der Sportberichterstattung. Seine Empfehlung sei, die Möglichkeiten zu nutzen, um mehr Kapazitäten für investigativen Journalismus, Kommentare oder Reportagen zu schaffen.

Unruhe rund um Döpfner 

Der 59-Jährige war im Herbst 2020 für eine zweite Amtszeit - also für vier Jahre - als Verbandspräsident wiedergewählt worden. Seinen Schritt, das Amt übergeben zu wollen, hatte er Ende Mai unter anderem damit begründet, dass der Medienkonzern Axel Springer in sein Mediengeschäft in den USA investiere und in einer entscheidenden Phase sei, was mehr Zeit und Präsenz in Amerika erfordere. In den vergangenen Monaten hatte es innerhalb des Verlegerverbands Unruhe und Kritik an Döpfner rund um den Fall des Ex-"Bild"-Chefredakteurs Julian Reichelt gegeben, der nach Machtmissbrauchsvorwürfen den Springer-Konzern hatte verlassen müssen.

Es gab vor allem Unmut bis hin zu Rücktrittsforderungen im Kontext einer privaten umstrittenen Kurznachricht, die Döpfner an den Schriftsteller Benjamin von Stuckrad-Barre geschickt hatte. Der Springer-Chef hatte den damaligen "Bild"-Chefredakteur Reichelt als letzten und einzigen Journalisten in Deutschland bezeichnet, der noch mutig gegen den "neuen DDR-Obrigkeitsstaat" aufbegehre. Fast alle anderen seien zu "Propaganda Assistenten" geworden. Springer hatte die Kurznachricht als Ironie eingeordnet. Danach hatten Zeitungsverleger auf einer BDZV-Präsidiumssitzung bei einer Aussprache eine Entschuldigung Döpfners zu der umstrittenen Nachricht akzeptiert. Der Verband arbeitet derzeit an einer Reformstruktur. (dpa/st)


Autor: W&V Redaktion

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