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Korruptionsvorwürfe
NDR-Skandal fordert ein weiteres Opfer

Nachdem zwei Führungskräfte des NDR-Landesfunkhauses Schleswig-Holstein wegen ungeklärter Vorwürfe von ihren Aufgaben entbunden wurden, macht nun die Chefin des Landesfunkhauses Hamburg, Sabine Rossbach, den Sessel frei. 

Text: W&V Redaktion

9. September 2022

Beim NDR geht es weiter rund.
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Der NDR kommt nicht zur Ruhe. Nur wenige Tage, nachdem die redaktionellen Führungskräfte Norbert Lorentzen und Julia Stein bis auf weiteres von ihren Aufgaben entbunden wurden, räumt nun auch Sabine Rossbach, Direktorin des NDR-Landesfunkhausen Hamburg, ihren Chefsessel. Laut Informationen des NDR wird Rossmann ihre Arbeit ruhen lassen, bis die im Raum stehenden Vorwürfe geklärt sind. Zudem werde sie unabhängig vom Ergebnis nicht dauerhaft auf ihre Position zurückkehren. Interimsmäßig übernimmt Ilka Steinhausen die Position, die bisher als stellvertretende Landesfunkhaus-Direktorin und Hörfunkchefin von NDR 90,3 tätig war.  

Im Raum stehen unter anderem Vorwürfe, Rossbach habe auffällig oft verlangt, dass über bestimmte Personen berichtet wird, die zugleich Kunden der Tochter von Sabine Rossmann seien, die in Hamburg eine PR-Agentur führt.  Diese Vorwürfe standen jahrelang im Raum, doch geklärt wurden sie offiziell zumindest bislang nicht. Sollten sie zutreffen wäre das ein Verstoß gegen die Compliance-Regeln des NDR oder gegen Korruptionstatbestände.   

"Sabine Rossbach macht in den kommenden Monaten den Weg frei für einen Neuanfang im Landesfunkhaus Hamburg. Wir nehmen uns jetzt die Zeit, die im Raum stehenden Vorwürfe aufzuklären," sagt NDR-Intendant Joachim Knuth. 

Ilka Steinhausen übernimmt gemeinsam mit Knuth's Stellvertreterin Andrea Lütke die Aufklärung der Vorwürfe. Darüber hinaus ist ein unabhängiges Team außerhalb des Hamburger Funkhauses mit der journalistischen Aufarbeitung der im Raum stehenden Fälle und der redaktionellen Abläufe beschäftigt. Davon unabhängig läuft eine weitere Untersuchung der Anti-Korruptionsbeauftragten des NDR. 

   


Autor: Stefan Schasche

In über 20 Jahren als Redakteur hat Stefan Schasche für diverse Zeitschriften über alles geschrieben, was Mikrochips oder Li-Ion-Akkus unter der Haube hat. Vor seiner Zeit bei der W&V schrieb er für das Schwestermagazin Kontakter über Kampagnen, Programmatic Advertising und internationale Werbethemen. 

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