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Es dauerte nur drei Jahre
Streaming-Umsturz: Disney erstmals vor Netflix

Der lange erwartete Überholvorgang ist geschafft: Disney hat jetzt konzern- und weltweit mehr Streaming-Abonnenten als Netflix. Mit dem Streamen Geld verdienen dürfte der US-Konzern aber wohl erst 2024.

Text: W&V Redaktion

10. November 2022

Die Maus hat die große Nase vorn: Disney hat jetzt konzernweit mehr Abonnenten als Netflix.
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Der Machtwechsel im Streaming-Business ist perfekt. Obwohl Disney erst Ende 2019 mit Disney+ so richtig in das Geschäft eingestiegen ist, hat der weltgrößte Unterhaltungskonzern jetzt nach drei Jahren den bisherigen Spitzenreiter Netflix überholt. Laut der neuesten Zahlen, über die Engadget berichtet, liegt Disney jetzt bei weltweit 236 Millionen Nutzerinnen und Nutzern. Netflix kommt auf 223 Millionen. Im vierten Finanzquartal, das am 1. Oktober zu Ende ging, konnte Disney 12,1 Millionen Abonnenten dazu gewinnen – drei Millionen mehr, als Analysten erwartet hatten. Die Zahlen gelten allerdings konzernweit, inklusive der Töchter Hulu und ESPN+.

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Disney-Plan: Ab 2024 profitabel

Disney+ allein kommt bisher "nur" auf 164 Millionen Abonnenten. Gewinn machen die Erfinder von Micky Maus mit dem Streaming aber noch nicht – im Gegenteil. Die Verluste verdoppelten sich im Vorjahresvergleich sogar in etwa von 800 Millionen auf 1,5 Milliarden Dollar. Ursache waren demnach höhere Ausgaben für Produktion, Technik und Marketing. Außerdem gab es 2022 keine Filme, die Abonnenten nur als Extra-Käufe sehen konnten, wie letztes Jahr „Black Widow“ und „Jungle Cruise“. 2024 soll Disney+ aber Gewinne einfahren – auch dank Preiserhöhungen und dem neuen werbefinanzierten Abo ab Ende 2022/Anfang 2023.


Autor: Jörg Heinrich

Jörg Heinrich ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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