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Einsparungen nötig?
CFO-Umfrage: Hybrides Arbeiten als Kostensenker

Die CFOs der Fortune-500-Unternehmen sehen den nächsten 12 Monaten pessimistisch entgegen, Kostensenkungen sind unvermeidlich. Ein nicht unerheblicher Faktor könnten Büromieten sein.

Text: W&V Redaktion

23. September 2022

Home Office ist gut fürs Betriebsklima - eine völlige Verlagerung lässt jedoch die Produktivität von Kollaborationen abnehmen.
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Steigende Inflation, Rezessionsängste, Kosteneinsparungen: Laut einer neuen Erhebung von IWG, einem Anbieter von flexiblen Arbeitsplätzen, sind dies die derzeit größten Sorgen der kommenden zwölf Monate von leitenden Angestellten im Finanzbereich weltweit. In Vorbereitung darauf haben diese bereits begonnen, ihre Kosten zu senken. Die Studie, die unter 250 CFOs durchgeführt wurde, ergab, dass 91 Prozent der Befragten glauben, dass eine Wirtschaftskrise unvermeidlich ist. Dabei sagen mit 36 Prozent mehr als ein Drittel von ihnen eine Rezession in diesem Jahr vorher.

Drei Viertel planen eine Reduzierung von Büroflächen

Infolgedessen haben mit 97 Prozent fast alle mit der Umsetzung von Kostensenkungsmaßnahmen begonnen beziehungsweise planen diese. Die Ausgaben für Gebäude stehen dabei im Fokus, wobei mit 65 Prozent zwei Drittel der CFOs eine Reduzierung um mehr als zehn Prozent pro Jahr anstreben. Hybrides Arbeiten wird dabei als eine wichtige Möglichkeit zum Erreichen von Einsparungszielen angesehen: 82 Prozent der CFOs halten es für ein kostengünstigeres Geschäftsmodell, da die Nachfrage nach Büroraum weiterhin hoch ist. In ähnlicher Weise ergab eine kürzlich durchgeführte US-Umfrage des Anbieters von Arbeitsplatzsoftware Robin, dass 83 Prozent der Führungskräfte davon ausgehen, dass hybrides Arbeiten Kosten spart, während 60 Prozent angaben, dass sie planen, die Bürofläche um 50 Prozent oder mehr zu reduzieren. 74 Prozent der Fortune-500-CEOs gaben an, zu planen, die Büroflächen allgemein zu reduzieren. Ergebnisse, die vor dem Hintergrund des Geschäftsmodells von IWG, also der Vermietung von Arbeits- und Meetingflächen, gesehen werden müssen.

Vereinsamung versus besseres Klima

Ob sich die Rezession allein durch Reduzierung von Büromieten abfedern lässt? Vermutlich nicht. Dennoch deuten Beispiele aus der Vergangenheit interessante Zahlen an. Das Problem: Während einer Erhebung von Capterra zufolge Home Office zu weniger Streitereien unter den Mitarbeitenden führt, spricht gegen eine komplette Verlagerung, dass diese sie zu Einzelkämpfer:innen machen könnte. So hat laut einer Umfrage des Handelsblatt zum Beispiel Siemens die Erfahrung gemacht, dass innovatives Arbeiten innerhalb und zwischen Teams im permanenten Homeoffice abnimmt. 

Aber zurück zur IWG-Erhebung: Mit 50 gab die Hälfte der Unternehmen gab an, dass sie sich bereits für kurzfristige Mietverträge oder Co-Working-Spaces entschieden haben. Als Grund werden die Flexibiltät genannt, je nach Budget schnell aufzustocken oder zu verringern zu können, ohne an lange Verträge gebunden zu sein. IWG führt weiter an, dass Unternehmen durch hybrides Arbeiten im Durchschnitt mehr als 10.000 Euro pro Mitarbeiter einsparen können. Der weltweit tätige Technologiekonzern Cisco hat bereits vor fünf Jahren auf hybride Arbeitsformen umgestellt, wodurch er 50 Prozent seiner Immobilienflächen und damit rund 500 Millionen Dollar einsparen konnte.

Betriebsbedingte Kündigungen und weniger Beförderungen

Aber es sind nicht nur die finanziellen Einsparungen, die diese Veränderungen vorantreiben. Mit 53 Prozent ist mehr als die Hälfte der CFOs der Meinung, dass ihre Mitarbeitenden ein hybrides Arbeitsmodell bevorzugen und 87 Prozent denken, dass es auch für die Mitarbeitenden in einer Zeit steigender Lebenshaltungskosten erschwinglicher ist. Mehr als zwei Fünftel (44 Prozent) der CFOs führen betriebsbedingte Kündigungen durch, andere erwägen eine Überprüfung der aktuellen Gehaltsstufen (28 Prozent) und eine Verringerung der Zahl der Beförderungen (27 Prozent). Die CFOs schränken auch die Einstellung neuer Mitarbeitender ein, wobei mit 36 Prozent mehr als ein Drittel die Zahl der Neueinstellungen reduziert und mit 33 Prozent eine ähnliche Zahl (33 Prozent) die Einstellung neuer Mitarbeitender verzögert.


Autor: Marina Rößer

hat lange in einem Start-Up gearbeitet, selbst eines gegründet und schreibt für W&V derzeit als Digital Nomad von überall aus der Welt. Sie liebt alles Digitale, gestaltet, fotografiert und kocht aber auch gerne.

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