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Innere Kündigungen?
Deshalb ist Home Office gut für's Mitarbeiterklima

Aus den Augen, aus dem Sinn? Wie Home Office sich auf innere Kündigungen, toxisches Verhalten und das Melden von Vorfällen auswirkt.

Text: W&V Redaktion

23. September 2022

Home Office wirkt sich positiv auf die Unternehmenskultur aus. Unter anderem wird toxisches Verhalten durch weniger Präsenz im Büro gedrosselt.
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Nun gut, dazu wie sich die Umstellung auf Home Office auf Produktivität, persönliches Wohlbefinden und Motivation ausgewirkt hat, gibt es mittlerweile so viele Studien, dass es keine weitere mehr braucht. Doch wie steht es eigentlich um das Verhältnis von Mitarbeitenden untereinander? Nein, damit ist nicht gemeint, wie oft sie sich zur Online-Weinprobe auf Zoom treffen, sondern viel mehr die unangenehmen Seiten wie Mobbing, Rassismus oder toxisches Verhalten am Arbeitsplatz? Eines vorweg: Beides hat abgenommen. Zumindest wenn man einer Erhebung der Software-Beratung Capterra Glauben schenken darf. Demnach berichten 31 Prozent der Befragten von weniger Streit am Arbeitsplatz seit der Umstellung auf Hybrid-/Remote-Arbeit.

Durch Home Office 31 Prozent weniger Streit am Arbeitsplatz

"Vor allem Streit, Lästern und Schreien haben seit der Umstellung auf Hybrid- oder Remote-Arbeit abgenommen. Es gibt 31 Prozent seltener Streit am Arbeitsplatz, 30 Prozent weniger Lästern und 28 Prozent der Angestellten berichten von weniger verbalen Aggressionen", sagt Ines Bahr, Senior Content Analyst bei Capterra. Für die Erhebung wurden im Juni 2022 993 Angestellte zwischen 18 und 65 in Deutschland befragt. Die Teilnehmenden sind voll- oder teilzeitbeschäftigt und arbeiten in einem Unternehmen mit mindestens sechs Mitarbeitenden.

Toxische Arbeitsplätze können das psychische und physische Wohlbefinden eines Mitarbeiters ernsthaft beeinträchtigen. Persönliche Konflikte zwischen Kollegen, die mit Feindseligkeit, Misstrauen, Belästigung oder sogar Lästern einhergehen, können es den Mitarbeitern schwer machen, ihre Arbeit zu erledigen. Kein Wunder, dass diese einer der Hauptgründe für so genannte innere Kündigungen sind. Personalverantwortliche und Manager müssen ihren Angestellten also Vertrauen vermitteln, damit unangemessenes Verhalten gemeldet werden kann und gezielt dagegen vorgehen.

Gegen über die Hälfte der gemeldeten Vorfälle wurde vorgegangen

"Einerseits ist es unbestreitbar, dass hybride Arbeitsformen mehr räumlichen Abstand zwischen den Beschäftigten schaffen, was die Zahl der offenen Auseinandersetzungen am Arbeitsplatz reduzieren kann. Andererseits zeigen unsere Daten, dass 22 Prozent sich seit der Umstellung auf Hybrid- oder Remote-Arbeit an ihrem derzeitigen Arbeitsplatz wohler dabei fühlen, toxisches Verhalten am Arbeitsplatz zu melden," so Bahr weiter. Immerhin: 24 Prozent haben bereits toxisches Verhalten am Arbeitsplatz gemeldet. 

Von denjenigen, die über toxisches Verhalten am Arbeitsplatz berichteten, gaben 55 Prozent an, dass das Problem angegangen wurde und zu einem positiven Ergebnis führte. 26 Prozent gaben an, dass das Problem zwar angesprochen wurde, sich aber nichts änderte, während 19 Prozent sagten, dass das Problem gar nicht erst behandelt wurde.

Toxisches Verhalten an deutschen Arbeitsplätzen ist keine Seltenheit

Auf der anderen Seite gaben 36 Prozent der in der Studie befragten Angestellten an, dass sie bereits von toxischem Verhalten am Arbeitsplatz betroffen waren. Sie haben entweder selbst darunter gelitten oder es bei anderen miterlebt. Davon richtete sich das toxische Verhalten in 9 Prozenten gegen den Angestellten selbst, in 15 Prozent der Fälle gegen einen Kollegen oder eine Kollegin. In 12 Prozent der Fälle hatten sich die Personen aber dabei unwohl gefühlt, das beobachtete Verhalten zu melden.

Toxisches Verhalten in digitalen Räumen kann leichter nachgewiesen werden

Was also tun? Capterra fragte auch, ob Monitoring-Tools eventuell helfen könnten, toxisches Verhalten zu reduzieren. Die in der Studie befragten Mitarbeitenden jedoch waren nicht überzeugt: Generell stimmen nur 21 Prozent der Aussage zu, dass Tools für das Mitarbeiter-Monitoring dabei helfen, toxisches Verhalten am Arbeitsplatz zu reduzieren. 42 Prozent stimmen dieser Aussage wenig oder überhaupt nicht zu. Die Monitoring-Tools haben jedoch einen großen Vorteil: Im Gegensatz zu toxischem Verhalten am physischen Arbeitsplatz – das meist nicht aufgezeichnet oder von den verantwortlichen Personen gesehen wird – kann toxisches Verhalten in digitalen Räumen von Arbeitnehmern und Personalabteilungen einfacher nachgewiesen werden.


Autor: Marina Rößer

hat lange in einem Start-Up gearbeitet, selbst eines gegründet und schreibt für W&V derzeit als Digital Nomad von überall aus der Welt. Sie liebt alles Digitale, gestaltet, fotografiert und kocht aber auch gerne.

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