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Ching-yu Huang
Innovationsradar: Wie sich Chinas Metaversum von anderen unterscheidet

Im Innovationsradar stellt W&V Trends aus aller Welt vor. Heute berichtet die Expertin für interkulturelles Marketing Ching-yu Huang aus Schanghai über Chinas Scheinwelten.

Text: W&V Redaktion

12. August 2022

Ching-yu (Elise) Huang, Head of Content der Avantgarde Group in Schanghai
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Seit Facebook seinen Namen in Meta umgewandelt hat, wird weltweit über die Idee des Metaversums diskutiert. In China bringen sich kleine wie große Player diesbezüglich bereits in Stellung: Nach Angaben des chinesischen Patentamts CNIPA wurden bis Mitte Februar 2022 rund 16 000 Marken im Zusammenhang mit dem Metaverse angemeldet.

Riesen Potenzial

Chinas Tech-Riesen investieren in Techniken, die für den Aufbau digitaler Assets für das Metaverse benötigt werden – so ist etwa E-Commerce-Gigant Alibaba gerade mit 60 Millionen Dollar bei Nreal, einem Hersteller von AR-Brillen, eingestiegen.

Chinas Metaverse

Erste chinesische Metaversen sind Realität: Internettitan Baidu hat die App Xirang gelauncht, mit der bis zu 100 000 User gleichzeitig die virtuelle Umgebung erkunden können. Die chinesische Metaverse-App Jelly erreichte in weniger als einem Monat mehr als eine Milliarde aktiver Nutzer.

Auch die Tiktok-Mutter Bytedance testet aktuell eine solche App namens Party Island, über die personalisierte Avatare sich in Echtzeit treffen, miteinander chatten und an Veranstaltungen teilnehmen können.

Kryptowährungen sind verboten

Natürlich gelten im chinesischen Metaversum aufgrund der Einschränkungen bei der Internetnutzung besondere Regeln. Kryptowährungen etwa sind in China verboten. Dennoch erwarten Experten einen Siegeszug, denn Unternehmen wie Verbraucher sind mehr als bereit, diese Technologie auszuprobieren.

Die Erfahrungen der extrem strengen Pandemiemaßnahmen im Land haben den Appe­tit nach Experiences und neuen zwischenmenschlichen Verbindungen potenziert.

Zur Autorin: Ching-yu (Elise) Huang kennt man als Expertin für interkulturelles Marketing. Die Taiwanesin, die auch in Europa und den USA gelebt hat, ist derzeit Head of Content bei der Avantgarde Group in Schanghai.


Autor: W&V Gastautor:in

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