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TechTäglich
Apple und das iPhone 14: Ultra-Show mit Ultra-Preisen

Immer am Vormittag die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit preislich herausfordernden Apple-Neuheiten und mit dem Konter von Google.

Text: W&V Redaktion

8. September 2022

iPhone 14 Pro: Die Notch wird zur interaktiven "Insel" für Benachrichtigungen.
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Apple und das iPhone 14: Ultra-Show mit Ultra-Preisen

Gut, spannend und extrem teuer – das ist das Fazit zur großen Apple-Show "Far out" (Deutsch: "Weiter voraus") gestern Abend in Cupertino. Vor allem die komplett neue Extremsport-Uhr Watch Ultra und die deutlich überarbeiteten iPhone 14 Pro und 14 Pro Max dürften Apple-Fans zum Geldausgeben bewegen. Allerdings wird es auch durch Inflation und schlechten Euro-Kurs teuer. Richtig teuer! So kostet die Watch Ultra spektakuläre 999 Euro – eine völlig neue Preisklasse für Apple-Uhren, die bisher eher bei der Hälfte davon lagen. Und das iPhone 14 Pro Max reißt in Top-Ausstattung erstmals die 2.000-Euro-Marke. Offenbar sollen höhere Preise die schrumpfenden Umsätze retten. Hier die wichtigsten Infos zu den neuen iPhones.

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iPhone 14 ab 999 Euro

Wie erwartet, gibt es die Standard-Ausgabe des neuen iPhones jetzt in 6,1 und 6,7 Zoll. Das bei Preis und Format angenehm kleine mini entfällt. Vor allem das größere 14 Plus dürfte viele Fans finden – auch dank der spürbar verbesserten Kameras, die es für beide Größen gibt. Apple verspricht eine Verdoppelung der Qualität bei schlechten Lichtverhältnissen, mit weniger Bildrauschen. Spektakulärste Neuheit: In Notfällen, in denen es keinen Handyempfang gibt, können Nutzer per Satellit Hilfe rufen – zum Beispiel in den Bergen oder in abgelegenen Gegenden. Bisher mussten dafür eigene und teure Geräte wie der Garmin InReach für 400 Euro mitgenommen werden.

Apples Sat-Service ist die ersten zwei Jahre nach dem Kauf kostenlos und startet im November – zunächst aber nur in den USA und Kanada. Doch die Preise schmerzen schon beim Standard-14er. Mit 6,1 Zoll geht es ab 999 Euro los, und mit 6,7 Zoll ab 1.149 Euro. 2021 gab es noch das 13 mini ab 799 Euro (es bleibt im Angebot). Die Experten von Idealo hatten im Vorfeld fürs 14er eigentlich 899 Euro und 999 Euro erwartet (W&V berichtete). So kann man sich täuschen! Die Apple-Inflation wird heute sicher mehr diskutiert als die technischen Neuheiten.

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iPhone 14 Pro ab 1.299 Euro

Nur die neuen Pro-iPhones bekommen den frischen und schnelleren A16-Chip. Momentan wirkt sich das noch kaum auf die Leistung aus. In vier, fünf Jahren, wenn neue iOS-Versionen und neue Apps mehr Performance erfordern, sind Pro-Besitzer damit aber sicherlich besser aufgestellt. Für die geschrumpfte Notch hat sich Apple einen hübschen Trick ausgedacht. Sie wird als Multifunktions-Anzeige ("Dynamic Island") getarnt, die sich je nach Bedarf vergrößert und verkleinert. Die neuen Kameras legen vor allem in Sachen Lichtstärke deutlich zu. Nachtfotos könnten dadurch endlich das Niveau hochwertiger "echter" Digitalkameras erreichen.

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Apropos hochwertig: Die deutschen Preise für 14 Pro und Pro Max sind für Apple-Fans wohl die schmerzhafteste Nachricht des Monats und vielleicht des ganzen Jahres. Das 14 Pro startet bei 1.299 Euro – und kommt dabei immer noch mit kargen 128 GB Speicher. Beim Pro Max geht es erst bei 1.449 Euro los, ebenfalls mit nur 128 GB. Zum Vergleich: 13 Pro und Pro Max gingen vor einem Jahr noch ab 1.149 Euro bzw. 1.249 Euro über die Theke. 150 bis 200 Euro mehr, und mit dem 1-TB-Pro Max das erste iPhone, das mit 2.099 Euro die 2.000-Euro Grenze reißt – vor allem die Top-iPhones werden zum fast unerschwinglichen Luxus.

Da zuckt der Finger, um das iPhone 12 oder das iPhone 13 mini (beide ab 799 Euro weiter im Programm) zu bestellen. Wobei: Selbst das zwei Jahre alte iPhone 12 in Full-Size 6,1 Zoll kommt für die 799 Euro nur mit 64 (!) GB Speicher. Frage an Apple: Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld?

Das sind die Themen von TechTäglich am 8. September 2022:


Autor: Jörg Heinrich

Jörg Heinrich ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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