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Gefeuerter Apple-Manager gibt 1. Interview nach "Brüste-Affäre"

Mit sexistischen Sprüchen in einem Protzwagen brachte sich Tony Blevins im September um seinen Job. Lange schwieg er. Jetzt spricht er erstmals über seinen Rauswurf. Zeigt er Reue? Nein, er teilt aus.

Text: W&V Redaktion

13. Dezember 2022

Aus und vorbei! Apple feuerte den sexistischen Manager rasch.
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Im September hatte Apple seinen hochrangigen Manager Tony Blevins fristlos gefeuert. Blevins war kein Unbekannter. Er selbst gibt an, er habe Apple durch seine Arbeit bei der Koordinierung von Lieferketten Millionen Dollar eingespart. 22 Jahre war Blevins im Unternehmen.

Warum war er geflogen? Content-Creator Daniel Mac interviewt in seinem Tiktok-Kanal regelmäßig Fahrer von Luxusfahrzeugen. Von Mac danach gefragt, wie er seinen Lebensunterhalt bestreite, antwortete Blevins am Steuer seines Mercedes-Benz SLR McLaren (Wert: eine halbe Mio. Euro): "Ich habe teure Autos, spiele Golf und liebkose Frauen mit großen Brüsten, aber ich nehme mir die Wochenenden und die wichtigsten Feiertage frei."

Zuviel für Apple. Für den dummen Spruch holte sich Blevins die Papiere. Da half es auch nichts, dass Blevins sagte, das alles sei ein Scherz gewesen: "Ich entschuldige mich bei allen", für Apple waren seine Sprüche hingegen grober sexistischer Unfug. Das Unternehmen erklärte, Blevins' Verhalten verstoße gegen Apples Firmen-Philosophie.

Erstmals nach seinem Rauswurf hat sich Blevins nun im Wall Street Journal zu Wort gemeldet. Die Kündigung habe ihn "sehr schockiert". Apple sei sein ganzes Leben gewesen. Er fühlt sich außerdem immer noch von Apple "gedemütigt". Nachdem das Video viral ging, habe er versucht, den TikTok-Creator zu kontaktieren und ihn zum Löschen zu bringen, doch er habe bis heute keine Antwort erhalten. 

Blevins verrät in dem Interview, dass er selbst "die ganze Nacht" versucht habe, das Video zu löschen. Es sei ihm nicht gelungen. Zuvor hatte ihn ein Mitarbeiter von Apple um 1.30 Uhr in der Nacht kontaktiert und aufgefordert, den Clip zu entfernen. Er habe "versucht, die loyalste Person" zu sein. Apple habe sich seiner Ansicht nach dem Druck "von außen" gebeugt. Reue? Nein! Es sei "ein Fehler" gewesen, ihn zu entlassen. Blevins behauptet, er habe von Apple keine Abfindung erhalten. Auch eine interne Abschiedsparty, die seine Mitarbeiter für ihn geplant hätten, sei plötzlich abgeblasen worden.

Das Skandal-Video steht noch immer auf Tiktok zum Ansehen bereit. 

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Autor: Michael Gronau

ist Autor bei W&V. Der studierte Germanist interessiert sich besonders für die großen Tech-Firmen Apple, Google, Amazon, Samsung und Facebook. Er reist oft in die USA, nimmt regelmäßig an Keynotes und Events teil, beobachtet aber auch täglich die Berliner Start-up-Szene und ist unser Gadget- und App-Spezialist. Zur Entspannung hört er Musik von Steely Dan und schaut Fußballspiele seines Heimatvereins Wuppertaler SV.

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