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Netflix-Jubiläum
Geburtstags-Clip von Netflix sorgt für viel Unmut auf Twitter

Zum 25-jährigen Jubiläum von Netflix bedankt sich das heutige Streaming-Unternehmen bei seinen Fans mit einem nostalgischen Clip. Dieser stößt jedoch auf wenig Gegenliebe.

Text: W&V Redaktion

30. August 2022

Netflix feiert seinen 25. Geburtstag.
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Netflix war nicht schon immer Netflix. In der Beta-Phase nannten die Gründer ihr Unternehmen "Kibble" – also "Trockenfutter". Dieser ungewöhnliche Name kam nicht etwa aufgrund mangelnder Kreativität zustande.

Er sollte das Team stets an eine Sache erinnern: "Zunächst hatte ich große Sorgen, dass wir einen Dienst entwickeln, der zwar gut aussieht, den aber niemand nutzen will", erklärte Mitgründer Marc Randolph einmal in einem Interview. "Deshalb habe ich mich für 'Kibble' entschieden, um uns an das alte Sprichwort aus der Werbung zu erinnern: 'Es spielt keine Rolle, wie gut die Werbekampagne für Hundefutter ist, wenn die Hunde das Futter nicht fressen.'"

Konsumiert wurde von den Kunden mit großer Begeisterung freilich am Anfang ein ganz anderes Produkt: Vor dem Streaming setzte Netflix auf ein DVD-Abo-Modell. Am ersten Tag, an dem dieser damals noch revolutionäre Service verfügbar war, gingen die ersten 150 Bestellungen zeitgleich ein und brachten damit sogar die Server zum Absturz.

DVDs gab es noch bis 2021

Obwohl sich die jüngere Generation mit dem heutigen Angebot der Streamingdienste wohl gar nicht mehr vorstellen kann, dass man überhaupt jemals für eine DVD Geld bezahlt hat, so hielten doch viele US-Netflix-Kunden an dem ursprünglichen Abo-Modell fest. Bis Ende 2021 konnten sie sich über dvd.netflix.com noch immer DVDs nach Hause schicken lassen – und zwar für 7,99 US-Dollar pro Monat.

Mit diesem Clip feiert Netflix – doch die "Fans" machen nicht mit

"Wir feiern unseren 25. Geburtstag und wir möchten den Menschen danken, die uns so weit gebracht haben: den Fans!"

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Der Clip zeigt die Anfänge von Netflix mit den typischen roten Umschlägen, in denen die DVDs verschickt wurden. Es folgen Auszüge der erfolgreichsten Produktionen wie "Haus des Geldes", "Squid Game" oder "Das Damengambit" – und diverse Trends und Challenges, die sich daraus ergeben haben. Das Video endet mit den Worten: "Das ist die Sache mit Netflix – ihr wisst nie genau, was als nächstes kommt."

"Fans, denen ihr nicht zuhört"

Während man auf Twitter in den Kommentaren zum Geburtstags-Clip schon sehr angestrengt suchen muss, um positive Rückmeldungen oder Glückwünsche zu finden, häufen sich stattdessen kritische Stimmen.

"Wenn ihr den Fans danken möchtet, solltet ihr aufhören, Serien nach einer Staffel wieder zu canceln, weil sie keine 'Stranger Things'-Quoten haben."

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"Fans, denen ihr nicht antwortet; Fans, denen ihr nicht zuhört. Netflix war ein Meilenstein und revolutionierte die Art und Weise, audiovisuelle Inhalte zu konsumieren. Schade, dass ihr in den vergangenen Jahren eine so schreckliche und bedauerliche Strategie verfolgt habt", schreibt ein anderer Twitter-Nutzer. Wieder ein anderer meint: "Feiern? Sie haben eine Plattform, auf der ein großer Teil des Angebots aus abgebrochenen und unvollendeten Serien besteht. Was feiern? Den Qualitätsverlust, das mangelnde Engagement für die Abonnenten?"

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Ein Twitter-Nutzer glaubt derweil genau zu wissen, was als nächstes kommt: "Das ist die Sache mit Netflix, ihr wisst nie genau was als nächstes kommt. Eine Preiserhöhung. Das kommt als nächstes." Eine andere Twitter-Nutzerin wagt eine andere Prognose: "Was als nächstes kommt? Wahrscheinlich eine gute Serie, die ihr wieder absagt."

Einige Nutzer belassen es nicht bei der Kritik an Netflix.

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"Alles Gute zum Geburtstag! Ich feiere, indem ich mein Abonnement kündige, weil … Alle anderen haben es bereits erklärt."

Vielleicht wieder eine Umbenennung in "Kibble"?

Die Stimmen auf Twitter spiegeln die bittere Realität wider. Im Januar 2022 war Netflix noch mit knapp 222 Millionen Abonnenten ins neue Jahr gestartet. Sechs Monate später waren jedoch 1,2 Millionen zahlende Zuschauer abgesprungen – ein Novum in der Konzerngeschichte. Es ist vor allem das Angebot der Konkurrenz, das Netflix zusetzt. Nach gerade einmal zweieinhalb Jahren bringt es beispielsweise Disney+ schon auf 152 Millionen monatlich zahlende Zuschauer.

Ein Vorsatz, den Netflix sich fürs neue Jahr nehmen könnte? In die "Kibble"-Phase zurückzukehren und nicht nur zusehen, dass der Hund das Futter frisst, sondern auch dafür sorgen, dass es bei der Konkurrenz nicht um Welten besser schmeckt!


Autor: Hannah Klaiber

Hannah Klaiber führt seit 2011 die Schmier & Fink UG in München und Berlin, die seit jeher auf das "Star Wars"-Motto setzt: "Do… or do not. There is no try." Bevor sie sich mit ihrer Redaktionsagentur den größten beruflichen Traum erfüllt hat, tobte sie sich unter anderem als Head of Entertainment Department beim Condé Nast-Verlag aus. Dafür, dass es auch in ihrer Freizeit nie langweilig wird, sorgen ihre zwei Hunde Lumi und Averell genauso wie ihre Arbeit als ehrenamtliche Sanitäterin.

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